Ehrensache-Porträt : „Ich suche Spender von Stammzellen an der Uni“

Kerstin Hein, 29, hat ihren Krebs überlebt - dank einer Spenderin aus Österreich. Sie will anderen Erkrankten das Leben retten helfen - und lädt am Donnerstag, 27.6., an die FU zur Typisierungsaktion. Mitmachen kann man bis 17 Uhr - und danach per Internet.

Valerie Schönian
KÄMPFERIN GEGEN KREBS. Kerstin Hein, 29, aus Wilmersdorf studiert Deutsch und Mathematik an der Freien Universität.
KÄMPFERIN GEGEN KREBS. Kerstin Hein, 29, aus Wilmersdorf studiert Deutsch und Mathematik an der Freien Universität.Foto: Thilo Rückeis

WAS ICH MACHE

Vor sieben Jahren habe ich die Diagnose bekommen: Lymphdrüsenkrebs. Da war ich 22. Zwei Jahre lang wurde ich mit Chemo- und Strahlentherapien behandelt, doch der Krebs kam wieder. Trotzdem begann ich mein Lehramtsstudium. Nach dem zweiten Rückfall wollten meine Ärzte es mit einer Stammzellentransplantation probieren. Nur jeder einmillionste Registrierte in der Datei passt auf einen Erkrankten. Doch ich hatte Glück. Eine Österreicherin hatte die gleichen genetischen Merkmale. Durch die sogenannte periphere Stammzellenentnahme musste sie für die Spende nicht einmal operiert werden. Das war 2008. Seitdem ist meine Krankheit nicht zurückgekehrt. Als ich im Krankenhaus war, sah ich, wie viele Menschen Stammzellen brauchen. Nach meiner Gesundung drückte ich meinen Freunden Wattestäbchen in die Hand, womit sie ihr genetisches Material an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (dkms) geben können. Jetzt möchte ich das im größeren Rahmen machen und habe die Typisierungsaktion an meiner Uni organisiert. Es ist so einfach und dauert fünf Minuten: informieren, Formular ausfüllen, Mund ausspülen, Wattestäbchen rein, fertig.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Ich hoffe, dass sich mehr Menschen typisieren lassen. Man kann sich die Watte auch bestellen und mit der Speichelprobe zurückschicken. Eigentlich kostet eine Typisierung 50 Euro, wird aber bei Studenten und individuellen Bestellungen von der dkms übernommen. Es wäre schön, wenn Menschen, die vielleicht keine Stammzellen geben können, etwas Geld spenden.

Aufgezeichnet von Valerie Schönian.

Internet: www.dkms.de. Die Aktion läuft am Donnerstag, 27. Juni, von 10 bis 17 Uhr vor der FU-Hauptmensa, Otto-von-Simson-Str. 26. DKMS Spendenkonto: 151231805; Berliner Bank, BLZ 100 708 48; Stw.: FU Berlin.

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