Ehrensache : Rainer Hunold: „Ich bin gern für SOS-Kinderdörfer vor der Kamera“

Schauspieler Rainer Hunold kennt man aus „Der Alte“, „Ein Fall für zwei“ oder „Der Staatsanwalt“. Aber er ist auch Botschafter für die SOS-Kinderdörfer – und hilft diesen jetzt mit Kunst.

MITTENDRIN. Schauspieler Rainer Hunold, 63, aus Frohnau ist auch Bildhauer, Familienvater und Botschafter für die SOS-Kinderdörfer. Foto: Frank May
MITTENDRIN. Schauspieler Rainer Hunold, 63, aus Frohnau ist auch Bildhauer, Familienvater und Botschafter für die...Foto: Frank May

WAS ICH MACHE

Ich sitze gerade in der Maske, wir drehen in Wiesbaden neue Folgen für den ZDF-„Staatsanwalt“. Aber für Sie und das Thema „SOS-Kinderdörfer“ nehme ich mir natürlich gern Zeit. Vor kurzem war ich in Cochin, einer Stadt im Süden Indiens. Ich habe dort ein SOS-Kinderdorf, in dem 263 Kinder leben, besucht. Nach mehreren Indienreisen mit meiner Frau fühle ich mich diesem wunderbaren Land verbunden. Wir hatten damals noch keine Kinder und konnten frei von jeglicher Familienorganisation unterwegs sein. Herrliche Erinnerungen! Aber auch SOS fühle ich mich verbunden, seit über zehn Jahren bin ich Botschafter für die SOS Kinderdörfer. In Cochin haben wir kleine Filme und Fotos gemacht, mit denen um Spenden für SOS geworben wird. Mit dem Geld werden die unterschiedlichsten Projekte unterstützt. So soll in Cochin ein kleines Haus als Altersruhesitz für altgediente SOS-Kinderdorfmütter gebaut werden. Es geht aber auch um Mikrokredite, die es alleinstehenden Frauen mit Kindern ermöglichen, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Das kann z. B. ein kleiner Bügelservice sein, oder ein Werkzeugverleih. Das funktioniert hervorragend. Die Frauen sind stolz wie Bolle und es ist großartig, zu sehen, wie sie sich in dieser rauen Männerwelt behaupten.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Niemand kann erwarten, dass Strukturen, die sich in Indien über Jahrhunderte entwickelt haben, im Handumdrehen umgekrempelt werden. Aber über die SOS-Projekte und Kinderdörfer entsteht ganz langsam ein anderes Wertesystem, und ich wünsche mir sehr, dass dieser Prozess zunehmend ausstrahlt. Natürlich können wir nicht auf einmal alle bedürftigen Menschen unterstützen, aber ich engagiere mich dafür, dass es immer mehr werden. Ich wünsche jedem, er könnte bei einem Besuch eines Kinderdorfes selbst einmal erleben, wie liebe- und verantwortungsvoll dort Kinder betreut und gefördert werden, und wie viel Lebensfreude und Selbstbewusstsein sie ausstrahlen. Neben meiner Bitte um Spenden für SOS habe ich auch etwas Handfestes zu bieten: Nach dem Abitur habe ich Bildhauerei studiert und ich praktiziere das auch nach wie vor. Aus meiner Werkgruppe „Protections“ stifte ich die Skulptur „P12“. Bis zum 13. Juli wird sie in einer stillen Auktion zugunsten von SOS versteigert. Ich wünsche mir natürlich ein großartiges Ergebnis. So – und jetzt muss ich drehen! kög

Ausstellung mit Skulpturen von Rainer Hunold und Fotos aus Indien von Frank May im Berliner Büro der SOS Kinderdörfer, bis 31. Oktober, Gierkezeile 38, 10585 Charlottenburg, Eintritt frei (Mo.-Do. 10 bis 17 Uhr, Fr. 10 bis 13 Uhr. Infos zur Auktion (noch bis 13. 7..): www.sos-kinderdoerfer.de/auktion. Das Mindestgebot für die Hunold-Skulptur aus einem Baumstammstück mit „Schutzschild“ aus Kupfernägeln: 3000 Euro.

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