EHRENSACHE : „Väter zweifeln an sich selbst“

SELBSTBESWUSST SEIN. Mohammed Nasser, 43, Vater aus Neukölln, berät andere Väter behinderter Kinder.
SELBSTBESWUSST SEIN. Mohammed Nasser, 43, Vater aus Neukölln, berät andere Väter behinderter Kinder.

WAS ICH MACHE

Ich berate Väter von behinderten Kindern, denn für viele ist die Behinderung ein Tabuthema. Mit ehrenamtlichen Helfern habe ich 2011 den Verein Huda gegründet: „Hürden überwinden durch Austausch“. Wir beraten Familien, machen Infoveranstaltungen und bieten alle zwei Wochen eine Gesprächsgruppe für Väter an. Als meine schwerbehinderte Tochter Houda geboren wurde, hörte ich oft, das sei Gottes Strafe für meine Sünden. Es hieß, ich müsse beten. Viele Männer, auch deutsche, zweifeln an ihrer Rolle als Mann, wenn sie ein behindertes Kind bekommen. Die meisten sagen zwar, sie kommen zurecht. Das mag stimmen – in den eigenen vier Wänden. Auch in Neukölln gibt es viele behinderte Kinder, doch man sieht sie kaum auf der Straße. Houda ist mein drittes Kind, sie kam mit epileptischer Enzephalopathie auf die Welt. Sie hat schwere Krämpfe, kann nicht sprechen, sich nicht alleine drehen, sitzen oder essen. Der Arzt hat mir die Krankheit erklärt. Egal welcher Herkunft, bei uns bekommen die Familien Unterstützung, Mitgefühl und Verständnis.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Die Ärzte sagten, unsere Tochter würde nicht älter als sechs Monate alt werden. Dieses Jahr haben wir ihren sechsten Geburtstag gefeiert. Ich wünsche mir, dass meine kleine Kämpferin so lange bei uns bleibt, wie es geht. Und, dass wir mit unserer Arbeit viele Familien erreichen. ffe

Spendenkonto: HUDA e. V., Berliner Sparkasse, Kontonr.: 190 17 12 19, BLZ: 100 500 00. Tel.: 28 47 84 93, 0176 99 76 76 83, www.huda-ev.de

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