Eichkamp : Aufstand gegen Möbelhaus

In Eichkamp herrscht Aufregung. Es geht um die Pläne des Unternehmers Kurt Krieger, der eine "Möbel Höffner"-Filiale und einen Möbeldiscount auf dem ehemaligen Güterbahnhof Grunewald südlich der Avus bauen will.

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Anwohner befürchten eine hohe Verkehrsbelastung und eine "Wohnwertminderung". Ob das Projekt realisiert werden kann, ist aber ohnehin fraglich: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wolle den Flächennutzungsplan vorerst nicht ändern, gab der Planungsamtschef von Charlottenburg-Wilmersdorfer, Rainer Latour, am Mittwoch im Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung (BVV) bekannt. Damit „kann der Bezirk kein Bebauungsplanverfahren starten“.

Der stillgelegte Güterbahnhof gilt formal noch als Bahngelände. Im "Stadtentwicklungsplan Zentren", der zulässige Gegenden für großflächigen Einzelhandel in Berlin festschreibt, kommt der Standort nicht vor. Kurt Krieger hat die Grundstücke dennoch schon erworben. Er plant auch eine große "Driving Range", auf der Golfspieler üben können. Autofahrer sollen die Möbelhäuser über eine neue Brücke oder durch einen Tunnel in Höhe der Deutschlandhalle erreichen, angedacht ist auch eine direkte Zufahrt an der Avus. Bereits im Sommer hatte Krieger angekündigt, das Höffner-Stammhaus in Wedding in einigen Jahren schließen zu wollen, da es für viele Berliner schlecht erreichbar sei. Als Ersatz ist das Haus in der City West mit 40 000 Quadratmetern Verkaufsfläche geplant – und ein gleich großer Neubau auf dem einstigen Güterbahnhof Pankow.

Im Ausschuss waren sich Krieger und die Bezirksverordneten einig darin, dass man "ganz am Anfang" stehe und viele Fragen noch offen seien. Wie bei anderen seiner Neubauprojekte könne die Planung länger als zehn Jahre dauern, sagte der Unternehmer. Erst im Laufe der kommenden zwei Jahre dürfte klar werden, ob der Senat zustimme. Bis dahin könnten sich die Bezirkspolitiker "erstmal zurücklehnen". SPD, CDU und FDP ließen ihre Haltung zunächst offen; nur die Grünen lehnten die Pläne bereits ab. Laut Uwe Neumann, Vorsitzender des Siedlervereins Eichkamp, diskutieren die Anwohner zurzeit darüber, wie das Grundstück genutzt werden sollte. Schließlich biete es "ein hohes Potenzial".

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