Berlin : "Eierhäuschen": Plänterwald-Lokal noch später fertig

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Bis zum Jahr 2002 hat der Eigentümer des denkmalgeschützten Eierhäuschens Zeit, die frühere Ausflugsgaststätte im Plänterwald zu sanieren. Diesen Aufschub hat jetzt die Senatsfinanzverwaltung der Spreepark GmbH gewährt. "Der Vergnügungspark hat um diese Verlängerung gebeten, weil das Gelände unter Landschaftsschutz steht", sagte ein Sprecher der Senatsbehörde.

Eigentlich hätte das idyllisch gelegene und seit Jahren leer stehende Gebäude schon 1998 wieder eröffnet werden müssen. So steht es jedenfalls im Erbbaurechtsvertrag, den die Spreepark GmbH vor vier Jahren mit dem Senat abschloss. Wie berichtet, weigert sich der Spreepark jedoch nach wie vor, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Geschäftsführer Norbert Witte begründet das "mit vielen offenen Fragen". Er sieht die Entscheidung der Senatsfinanzverwaltung deshalb als Zeitgewinn, um endlich mit allen Beteiligten die Probleme zu lösen. Aus seiner Sicht müsste der für den Plänterwald geltende Landschaftsschutz aufgehoben werden. "Durch diesen besonderen Status sind uns die Hände gebunden", klagt der Geschäftsführer. So würden dringend notwendige Parkplätze nicht genehmigt, die aber für einen wirtschaftlichen Betrieb des Eierhäuschens unerlässlich seien.

Damit der Vergnügungspark aus den roten Zahlen kommt, will das Unternehmen einen Flächentausch vornehmen, um einen neuen Eingang und Parkplätze bauen zu können. "Schließlich reisen rund 70 Prozent der Besucher per Auto an", sagt Witte. Dabei geht es um ein etwa 4,5 Hektar großes Gelände westlich des Dammweges, das gegen Teile an der Bulgarischen Straße getauscht werden soll.

Obwohl dem Senat seit Monaten ein Konzept der Spreepark GmbH vorliegt und es auch von den Bezirksverordneten unterstützt wird, fehlt bisher eine Reaktion. "Wir sind noch im Meinungsbildungsprozess", erklärte Christian Muhs von der Senatsumweltverwaltung vorsichtig. Er ließ durchblicken, dass seine Behörde mit dem Flächentausch Probleme habe.

Und wie geht es nun mit dem Eierhäuschen weiter? Droht durch die Verzögerung weiterer Verfall? Spreepark-Chef Witte hält dem entgegen: "Im vorigen Jahr haben wir für rund 250 000 Mark Dach und Fenster sowie den Turm repariert." Zudem gebe es täglich Kontrollgänge.

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