• "Eierschale" angeknackst: Modernisierung soll Dahlemer Traditionslokal Schwung verleihen

Berlin : "Eierschale" angeknackst: Modernisierung soll Dahlemer Traditionslokal Schwung verleihen

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Mit einer Investition in Millionenhöhe wollen die neuen Eigentümer der "Eierschale" an der Podbielskiallee in Dahlem das Geschäft in der wirtschaftlich angeschlagenen Traditionskneipe wieder in Schwung bringen. Derzeit verhandeln sie mit dem Senat über den Kauf des etwa 1700 Quadratmeter großen Grundstücks. Der Erwerb sei Voraussetzung, um bei den Banken einen Kredit für die Sanierung zu erhalten, sagte gestern der Treuhänder der Eigentümergemeinschaft, Claus-Dieter Conrad. Derzeit gehe es der 1954 am Breitenbachplatz gegründeten Jazz-Kneipe "nicht besonders gut", sagte Conrad. Schon seit längerer Zeit seien die Umsätze kontinuierlich zurückgegangen. "Der Mistsommer" habe die Situation verschärft. Nach Angaben des Betriebsrates des Lokals stehen noch Lohnzahlungen aus. Seine Kollegen hätten Angst um ihre Arbeitsplätze "und Sorge, dass sie ihr Gehalt irgendwann gar nicht mehr bekommen", sagte Betriebsratsmitglied Matthias Müller, der zwischen 30 und 50 Beschäftigte vertritt.

Der Senat sei bereit zum Verkauf, über die Bedingungen werde derzeit verhandelt, sagte Treuhänder Conrad. Die Eierschale ist seit dem Umzug in die Podbielskiallee 1977 Mieter der Immobilie, die Miete erhält das Bezirksamt Zehlendorf. Ende 1999 verkaufte der Vorbesitzer des Lokals, Gert Wiechert, das Geschäft an seine heutigen Eigentümer. Der Vorbesitzer betreibt in Treptow das Ausflugslokal "Eierschale-Zenner". Ihm gehörte auch die Eierschale an der Gedächtniskirche, die vor einigen Jahren schloss.

Wie die Dahlemer Eierschale nach der geplanten Modernisierung aussehen soll, stehe noch nicht fest, sagte Conrad. Das Konzept aus Live-Musik, Diskothek und Biergarten werde voraussichtlich nicht geändert, der Name "Eierschale" beibehalten. Conrad schätzte, dass für die Modernisierung eine siebenstellige Summe aufgebracht werden muss. Wegen der schönen Lage im Grünen und des U-Bahnhofes gleich vor der Tür sei er sicher, dass das Lokal wieder gut laufen werde.

Der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) sind nach eigenen Angaben derzeit keine anderen Fälle von Gartenlokalen bekannt, in denen wegen der schlechten Witterung Löhne nicht ausgezahlt wurden. Peter Härig vom Hotel- und Gaststättenverband sagte, es könne schon vorkommen, dass wegen der Witterung hie und da Personal reduziert werde. Von einer Katastrophe für die Gastronomie wollte er auch wegen des "vorgezogenen Sommers bis Juni" nicht sprechen.

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