Berlin : Eigentor

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über

das BerlinischÖhringer Jubiläumsfest

Berlin, nun freue dich! 16 Jahre. Der Abstand ist nicht aufzuholen. 1987 feierten wir hier das 750-jährige Jubiläum der Stadt. Das württembergische Öhringen dagegen, einst Residenz derer zu Hohenlohe-Ingelfingen, jubiliert aus gleichem Anlass erst jetzt, freilich kaum weniger ehrgeizig. Auch die Öhringer haben ein Tor zu bieten, es heißt schlicht das Obere. Aber zum Fest der Feste soll es nicht irgendeines sein, sondern das Tor der Tore, das Brandenburger Tor. Das geht einfach: Die Werbebanner, die lange das Berliner Original verhüllten, werden hier nicht mehr gebraucht und kommen nun noch einmal im Hohenlohischen zu Ehren. Das Recht zum verwandelten Eigentor gibt den Öhringern die 750-jährige Geschichte selbst, wie die Stadtverwaltung wissen ließ. Schließlich diente Fürst Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen einst als preußischer General. Und Öhringens Torbaumeister Johann Georg Glenck ließ sich bei einem Berlin-Besuch 1792 vom Brandenburger Tor inspirieren. Die Idee zur Verhüllung aber kam aus Schwäbisch-Hall, wo man an der Fachhochschule über Kulturgestaltung nachsann. Frei nach dem Motto: Auf dieses Tor da können Sie schauen.

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