Berlin : Eigentümer: Ku’damm-Karree wird umgebaut statt abgerissen

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Auch das äußere Bild des Ku’damm-Karrrees soll sich völlig verändern. Die Gestaltung der künftigen Fassade am Kurfürstendamm sei noch nicht abschließend geklärt, sagte gestern Tim Oliver Ambrosius, Sprecher der DB Real Estate, einer Anlagegesellschaft der Deutschen Bank. Ein Abriss des Komplexes „steht nicht zur Debatte. Wir sprechen von Umbau“, betonte die Eigentümergesellschaft. Vermutungen, die bisherigen Geschäftsflächen sollten für ein neues Shopping-Center komplett beseitigt werden, seien reine Spekulation.

Abreißen will man auf jeden Fall die beiden Theater, aus denen künftig ein einziges im zweiten Stock werden soll. Der Chef der zum Jahresende 2006 gekündigten Bühnen Theater und Komödie am Kurfürstendamm, Martin Woelffer, hatte nach Einsicht der Pläne allerdings davon gesprochen, dass vom alten Ku’damm- Karree offenbar nur das Hochhaus übrig bleibt. Ein bekannter Makler, der in diesem Zusammenhang nicht genannt werden wollte, sagte am Dienstag, er könne die Angaben Woelffers nur bestätigen. Bis auf den Hochhausturm und das Parkhaus solle alles abgerissen werden. Zwischen dem Kurfürstendamm und der Lietzenburger Straße sei unter anderem eine große Einkaufspassage geplant. Er schätze den Umbau auf 80 Millionen Euro, halte die Pläne für unrealistisch. Seiner Ansicht nach könne frühestens in zwei bis drei Jahren mit dem Neubau begonnen werden. Über Kosten und Einzelheiten der Pläne will sich die DB Real Estate nicht äußern, verweist auf Gespräche zwischen ihr, der Projektentwicklungsgesellschaft „mfi“, den Mietern und Architekten. Von einem kompletten Abriss habe die Gesellschaft nichts, sagte Ambrosius. „Wir wollen die Flächen optimieren“. Gegen den Abriss der traditionsreichen Bühnen gibt es heftige Proteste, mehr als 6000 Unterschriften wurden bislang gesammelt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erklärte die Rettung der Theater zur Chefsache und schrieb einen Protestbrief an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Donnerstag will Wowereit den Bühnen einen Solidaritätsbesuch abstatten. C. v. L.

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