Berlin : Eiliges Comeback

Donnerstag und Freitag singt Robbie Williams im Olympiastadion. Der Popstar ist schon da

Sebastian Leber

Mailand ist auch eine schöne Stadt. Aber wenn Robbie Williams die Wahl hat, wo er seine freien Tage zwischen dem letzten Italienkonzert und den beiden Auftritten im Berliner Olympiastadion verbringen möchte, muss er nicht lange überlegen. Schon Sonntagabend landete Williams mit seinem Privatjet auf dem Flughafen Tempelhof – obwohl er erst am kommenden Donnerstag wieder auf der Bühne steht.

Dem Popstar scheint Berlin ans Herz gewachsen zu sein. Auch bei seinem Auftritt im Velodrom im vergangenen Oktober nutzte er die Tage und Nächte vor dem Konzert, um sich ausgiebig in der Stadt umzusehen. Wie damals hat der 32-Jährige sich und seine engsten Vertrauten wieder im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz einquartiert. Angeblich auf zwei kompletten Etagen. Die sonst üblichen Fanhorden haben sich bis jetzt noch nicht vor dem Hotel versammelt. Gestern Abend warteten nur zwei Dutzend Anhänger auf ein Zeichen ihres Stars. Das blieb aber zunächst aus.

In welchen Clubs und Bars sich Robbie Williams in den kommenden Tagen blicken lässt, ist natürlich geheim. Vielleicht kann man ihn Mittwochabend in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg treffen. Da lädt die „Berlin Rock Photo Gallery“ zur Vernissage einer Ausstellung des Münchner Fotografen Fryderyk Gabowicz. Zu sehen sind Aufnahmen von Williams aus den Jahren 1993 bis 1999. Die Galeristen schließen nicht aus, dass der Sänger seine eigenen Bilder persönlich begutachten wird.

Auch beim Lankwitzer Sportverein BFC Preussen hofft man auf einen Besuch des Popstars. Beim letzten Berlinaufenthalt hatten Williams und sein Team auf dem Clubgelände Fußball gespielt. Seitdem ist der Musiker Ehrenmitglied der Preussen. „Robbie Williams ist jederzeit willkommen“, sagt Vereinsvorstand Jürgen Steinberg. Er erinnert sich daran, dass Williams damals drei Tore schoss, dann aber auf dem nassen Rasen ausrutschte und sich die Hand verstauchte. Eine vereinsinterne Absprache, diesmal jeden Körperkontakt zum Popstar zu meiden, gibt es laut Steinberg nicht: „Der möchte doch wie ein ganz normaler Mensch behandelt werden. Also wird er von uns garantiert nicht geschont.“

Gut möglich, dass Williams in Berlin auch das eine oder andere Nobelrestaurant aufsucht. Bei seinem Tourstopp in Hamburg speiste er vorletzte Woche im Hotel „Vier Jahreszeiten“. Allerdings auf seine Art: Er verzichtete auf Besteck, aß das Wiener Schnitzel mit den Fingern.

Anders als beim Velodrom-Konzert im Oktober gibt es diesmal für beide Auftritte noch Karten. Insgesamt knapp 1400. Die Show dauert jeweils zwei Stunden, neben einer Hand voll Songs des aktuellen Albums „Intensive Care“ spielt Williams vor allem alte Hits wie „Angels“, „Rock DJ“ und „Let Me Entertain You“. Mit „Back for Good“ hat er auch ein Lied seiner früheren Band Take That im Programm. Unklar ist, ob Williams außer seiner nächsten Single „Rudebox“ weitere Songs des kommenden Albums „1974“ spielen wird. Die CD erscheint im Oktober und wird laut Williams ein „dreckiges Dance-Album“. Bei den Aufnahmen haben ihm Madonna-Produzent William Orbit und die Popgruppe Pet Shop Boys geholfen.

Während Robbie Williams die nächsten Tage frei hat, ist sein 200-köpfiges Tourteam damit beschäftigt, die Bühne im Olympiastadion aufzubauen. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie die Plastikabdeckung des Stadionbodens gleich von den Rolling Stones übernehmen können. Im Gegensatz zum Konzert der Altrocker werden beide Williams-Auftritte am Ende wohl ausverkauft sein. Was auch an den Eintrittspreisen liegen dürfte: Die Karten der Stones kosteten bis zu 180 Euro. Dagegen ist Williams bei Preisen zwischen 66 und 88 Euro fast schon ein Schnäppchen.

Die Konzerte am Donnerstag und Freitag beginnen jeweils um 18 Uhr. Als Vorbands spielen Basement Jaxx und Chris Coco. Karten gibt es zum Beispiel telefonisch unter 61 10 13 13.

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