Berlin : Ein Atrium zum Einkaufen: Geplantes Shoppingcenter soll Wilmersdorfer Straße beleben

CD

Grünen-Baustadträtin Beate Profé, BVV-Vorsteher Dieter Rochow (CDU) und Investor Eberhard Mayntz waren einer Meinung: Die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße erlebe jetzt den lange erhofften Aufschwung, sagten sie gestern beim symbolischen ersten Spatenstich für das Einkaufszentrum und Wohngebäude "Atrium" an der Ecke Schillerstraße. 400 Millionen Mark will der Berliner Unternehmer Mayntz auf dem Gelände des bisherigen Parkplatzes und -hauses investieren. Das Parkhaus verschwindet spätestens im Frühjahr, die Arbeiten für den Neubau sollen im zweiten Quartal 2001 folgen. Die Eröffnung ist für Mitte 2003 geplant.

In die Einkaufsmeile ist auch durch andere Projekte Bewegung gekommen. Karstadt schloss vor kurzem die Modernisierung seines Kaufhauses an der Ecke Pestalozzistraße ab, wo zurzeit außerdem ein Wohn- und Geschäftshaus der Firma BTV entsteht. Verschwunden sind derweil die ungeliebten Plexiglasdächer des U-Bahnhofs und die meisten Verkaufs-Pavillons, die dem Bezirksamt ebenfalls ein Dorn im Auge waren. Das "Atrium" werde noch mehr Investoren anlocken, prophezeite Eberhard Mayntz. Als gutes Zeichen nannte er zahlreiche Anfragen von Mietinteressenten für sein Gebäude.

Geplant sind ein Untergeschoss und drei oberirdische Etagen für Einzelhandel und Gastronomie. In drei Stockwerken darüber entstehen Wohnungen mit Blick auf einen begrünten Innenhof. Die Geschäftsetagen erhalten Übergänge zum benachbarten "Sinn Leffers"-Kaufhaus. Der Neubau soll unter anderem ein Sportkaufhaus beherbergen. Offen ist nur noch, ob dieses von Karstadt, Kaufhof oder Sport Scheck betrieben wird. Einziehen soll ferner eine große Buchhandlung - welche, steht aber auch noch nicht fest. Dazu kommen diverse kleinere Läden und eine Tiefgarage. Der Architektenentwurf stammt vom Büro Chapman Taylor Brune (London / Düsseldorf).

Ursprünglich hatte Mayntz, wie berichtet, ein Multiplex-Kino bauen wollen. Das aber lehnten das Bezirksamt und die BVV Charlottenburg im Herbst 1999 ab. Eines der Argumente lautete, dass schon neben dem Theater des Westens ein Multiplex geplant sei und zwei große Filmbühnen eine Gefahr für bestehende Kinos im Bezirk seien (inzwischen ist das andere Kinoprojekt allerdings ebenfalls vom Tisch). Gestern wurde das Tauziehen um die Nutzungsart nur noch am Rande erwähnt: Mayntz sprach von einem "Interessenausgleich, mit dem alle gut leben können".

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