Berlin : „Ein barbarischer Akt“

Wissenschaftssenator Flierl greift Finanzsenator Sarrazin scharf an

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„Eine Schließung und drastische Kapazitätsreduzierung, wie Sie sie vorschlagen, würde geradezu einen barbarischen Akt der Vernichtung kulturellen Potenzials unserer Stadt bedeuten.” Das hat jetzt der Kultur und Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) an Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) geschrieben. Flierl antwortet damit auf die Forderung des Finanzsenators, bei den drei kleinen künstlerischen Hochschulen und der Universität der Künste dauerhaft 40 Millionen Euro einzusparen und die Studienplätze auf die Hälfte zu senken (siehe Tagesspiegel vom 23. April).

Flierl weist darauf hin, dass Sarrazins Sparvorschläge faktisch auf „die Schließung der drei kleinen Kunsthochschulen und die Reduzierung der Universität der Künste um mindestens ein Drittel” hinausliefen. Ein solches Vorgehen werde er nicht mittragen. Die Expertenkommission, die gerade erst den nationalen und internationalen Rang der Berliner Kunsthochschulen überzeugend dargelegt habe, hätte nicht den Auftrag erhalten, Vorschläge zur Konsolidierung des Landeshaushalts zu machen. Flierl wörtlich: „Ich stimme mit Ihnen darin überein, dass auch die Hochschulen Berlins einen signifikanten Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushaltes werden leisten müssen, obgleich über die Höhe noch zu diskutieren sein wird... Nur muss dies mit Augenmaß in Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit des Landes erfolgen.”

Abschließend sprach Flierl die Hoffnung aus, dass es dem Senat gemeinsam gelingen werde, die schwierige Haushaltskonsolidierung zu bewältigen, „ohne die Lebensgrundlagen dieser Stadt zu zerstören. Eine leistungsfähige Hochschullandschaft gehört unter Einbeziehung der Kunsthochschulen ohne Zweifel zum Zukunftspotenzial unseres Landes.” U.S.

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