Berlin : Ein Buch von Herzen für Äthiopien

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Das Wort, das am meisten gebraucht wurde, war Herz. Das Projekt geht ans Herz, ist eine Herzensangelegenheit, kommt von Herzen. Und man hatte das sichere Gefühl, es war wirklich ernst gemeint. Die Protagonisten der Veranstaltung im Ritz Carlton am Potsdamer Platz in Mitte: Beate Wedekind , Journalistin, Fernsehproduzentin und Eventveranstalterin. Sie hat anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Hilfsorganisation von Karlheinz Böhm und seiner Frau Almaz Böhm ein Buch geschrieben über die Menschen in Äthiopien. Und darüber, wie Böhms Initiative „Menschen helfen Menschen“ in dem Land, das von der Weltbank als ärmstes der Welt bezeichnet wird, zur drittgrößten Hilfsorganisation avancierte.

„Ich wollte den Menschen ein Gesicht geben und die Not an einzelnen Lebensgeschichten deutlich machen“, sagte Wedekind zu ihrem Buch „Nagaya heißt Frieden“. Neun Wochen lang war sie gemeinsam mit dem Berliner Fotografen Marcus Zumbansen durch das ostafrikanische Land gereist. Sie kennt es gut: Mitte der 70er Jahre lebte Wedekind zwei Jahre in Äthiopien, damals war sie als Verwaltungskraft in der Entwicklungshilfe tätig. Böhm traf sie 1986 zum ersten Mal, bei einem Interview für die „Bunte“.

Jetzt tauchte sie tief ein in diese Welt, in der Mädchen vielfach immer noch nicht zur Schule gehen können, weil sie Trinkwasser für die Familie schleppen müssen. Brunnenbau, Bildung, Kampf gegen die Beschneidung bei Frauen – alles hängt zusammen, sagte Almaz Böhm. Sie dankte Hotelmanager Rainer J. Bürkle , der durch einen Benefiz-Ball in Berlin den Bau einer Schule ermöglichte. Bis zu 16 Millionen Euro Spenden bekommt „Menschen für Menschen“ pro Jahr, auch dank der Gelder stieg die Mädchenrate an Schulen von sieben auf 45 Prozent. Von jedem verkauften Buch (Preis: 19,90 Euro) gehen 50 Cent an die Stiftung. Und dann nahm sich Beate Wedekind Zeit für den Dolmetscher der Böhms: Berhanu Negussie wollte Berlin sehen. kög

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