Berlin : Ein cleverer Zeuge

Filialleiter überführte Bankräuber: Festnahme nach fünf Tagen

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Fünf Tage konnte sich ein Bankräuber an seiner Beute freuen – am Sonntag wurde der 58Jährige festgenommen. Am 17. Dezember hatte er maskiert eine Sparkasse an der Königstraße in Wannsee überfallen. Er zwang Angestellte und Kunden, sich auf den Boden zu legen, der Kassierer musste Geld einpacken, dann schoss der Räuber einmal in die Luft und floh.

In der Aufregung war ihm aber entgangen, dass sich der Filialleiter während des Überfalls durch einen Nebeneingang aus der Bank schleichen konnte. Draußen beobachtete er den Täter, als dieser seine Maske abzog und in seinem Privatwagen davon fuhr. Anhand des Kennzeichens wurde der Täter identifiziert. Es war ein „alter Bekannter“ der Polizei. Bereits 1997 war er wegen Bankraubs verurteilt worden. Bei der dieses Mal verwendeten Waffe handelte es sich um eine Schreckschusspistole. Sie wurde ebenso wie der Großteil der Beute sichergestellt.

Der Fall zeigt, dass sich Banküberfälle für die Kriminellen kaum noch lohnen. Zwar ist die Zahl mit 61 Taten in diesem Jahr gegenüber 28 im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, aber die Hälfte aller Überfälle wurde bereits geklärt: 20 Tatverdächtige wurden festgenommen. Ihnen drohen Freiheitsstrafen zwischen drei und fünf Jahren.

Da die Beute aufgrund steigender Sicherheitsvorkehrungen in den Banken immer geringer wird – sie liegt durchschnittlich bei 2500 bis 3000 Euro – müssen die Täter in immer kürzeren Abständen zuschlagen: „Es gibt wenig Gelegenheitstäter. Dafür haben wir viele Mehrfachtäter, die kleine Raubserien begehen“, sagte Manfred Schmandra vom Landeskriminalamt. Damit erhöht sich auch das Risiko, gefasst zu werden.weso

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