Berlin : Ein dickes Ei

Annette Kögel

Eigentlich können wir uns jede Diskussion über Wertekundeunterricht und christliche Erziehung in Berlin sparen. Bleibt sowieso nichts hängen, wie sich in der Umkleidekabine eines großen Freizeitsportzentrums in Moabit zeigte. Ostern, was war das denn bloß noch mal, fragten sich da sechs Frauen verschiedener Generationen zwischen Duschgel und Föhn – allesamt aus deutschem Elternhaus und im christlichen Kulturkreis groß geworden. Irgendwie hatte es etwas mit einem großen Abendessen zu tun, meinte sich eine zu erinnern. Die andere philosophierte über Kreuzigung, Tod und Auferstehung, oder war das doch zu Pfingsten?

Gut, dass es zu Ostern ein paar freie Tage gibt: Da bleibt Zeit genug, religiöse Bildungslücken zu füllen. Uns war diese Herumeierei sehr peinlich, aber am Ende haben wir alle darüber gelacht. Das Osterlachen, habe ich inzwischen gelesen, ist übrigens ein alter, ebenfalls vergessener Brauch, nach dem die Predigt zu Ostern die Gemeinde zum Lachen bringen soll. Wir Frauen haben für den 23. Dezember wieder einen Squashplatz reserviert, am Tag vor diesem anderen Feiertag – wie hieß der gleich?

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