Berlin : Ein dritter Junge steht unter Mordverdacht

Der getötete Lehrer Joachim Kropp nahm die Täter wahrscheinlich selbst mit nach Hause

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An dem Mord an dem Lehrer Joachim Kropp soll noch ein dritter Jugendlicher beteiligt gewesen sein. Die Polizei hat den Jungen jetzt festgenommen. Es handelt sich um einen 16Jährigen aus dem früheren Jugoslawien. Wie berichtet, waren bereits am Mittwoch zwei 15-Jährige festgenommen worden. Einer von ihnen stammt ebenfalls aus Ex-Jugoslawien, der zweite soll libanesischer Herkunft sein. Sie stehen dringend im Verdacht, am vergangenen Sonntag Joachim Kropp, Mathe- und Physiklehrer an einer Treptower Schule, erstochen zu haben. Vermutlich hatte der Oberstudienrat, der nach Polizeiangaben homosexuell war, seine Mörder in einem vorwiegend von Schwulen besuchten Lokal an der Fuggerstraße in Schöneberg kennen gelernt und sie mit nach Haus genommen.

Dort fielen die Täter mit einem Messer über den 47-Jährigen her. Er muss sich heftig gewehrt haben, denn fast im ganzen Haus waren Kampfspuren zu finden. Immer wieder stachen die Täter auf ihn ein. Sie stahlen Wertsachen und den Autoschlüssel.

Mit dem schwarzen Audi A4 flohen die Mörder. Wegen mangelnder Fahrpraxis rammten sie einen Zaun und einen Baum. Durch den Lärm wurden Nachbarn wach und riefen die Polizei. Das beschädigte Auto wurde noch am Sonntag in Marzahn gefunden, von den gestohlenen Wertsachen fehlt jede Spur: „Wir wissen noch nicht genau, was alles entwendet wurde", sagte Chefermittler Klaus Ruckschnat. Die Jugendlichen hatten ihr Opfer erst in der Mord-Nacht kennen gelernt. Sie waren weder Schüler von Kropp noch besuchten sie die Schule, an der er unterrichtete. Die Jugendlichen seien nicht homosexuell, hieß bei der Polizei. Möglicherweise suchten in dem Schöneberger Lokal nur nach einem geeigneten Opfer. Ob sie von Anfang an planten, den allein lebenden Kropp umzubringen, ist derzeit noch unklar. weso

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