Berlin : Ein Duo für die CDU-Spitze

Aber keiner will den Chefposten

Die Suche der CDU nach einem oder einer neuen Landesvorsitzenden wird sich wohl noch eine Weile hinziehen. Die Bundestagsabgeordnete Monika Grütters und der neue Chef der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Frank Henkel, sind weiter im Gespräch. Doch weder Grütters noch Henkel sagt deutlich, dass sie oder er Chef werden will. So gut wie sicher ist nur, dass sich beide vorstellen können, in einer neuen CDU-Führung zusammenzuarbeiten. Doch die Aufgabenverteilung zwischen beiden ist offen. Deshalb geht CDU-Generalsekretär Bernd Krömer auch nicht davon aus, dem Landesvorstand am kommenden Freitag das Personal einer neuen CDU-Führung vorschlagen zu können. Man werde wohl erst einmal über ein Thesenpapier zum Umgang mit der Mitgliederbeteiligung sprechen, sagte Krömer. Auch habe man in der Person von Joachim Zeller jetzt einen kommissarischen Landesvorsitzenden und sei nicht in Zeitnot.

Grütters und Henkel hatten in den vergangen Tagen nur deutlich gemacht, dass sie für sich den Landesvorsitz nicht ausschließen. Grütters hatte stets erklärt, sie strebe das Ehrenamt nicht an, wolle sich aber an der Reformierung der Partei beteiligen. Die angesehene CDU-Kulturpolitikerin hatte den Eindruck, dass sich zumal unter den einflussreichen Vorsitzenden der westlichen Kreisverbände Widerstand gegen sie regte. Sie will das Parteiamt nur übernehmen, wenn sie einige Parteistrukturen ändern, zum Beispiel Mitgliederbefragungen und eine Landesliste einführen kann. Henkel hatte sich in dieser Hinsicht gesprächsbereit gezeigt. Doch machte der CDU-Fraktionschef auch immer deutlich, dass er Grütters gern an der Spitze der Partei sähe und sich mit einem Stellvertreterposten begnügen würde. Aus Henkels Sicht würde das die Außenwirkung der Partei verbessern. Außerdem will er sich auf den Fraktionsvorsitz konzentrieren können.

Der Kreisvorsitzende von Steglitz-Zehlendorf Michael Braun sagte am gestrigen Montag, anders als andere Bewerber würde er den Landesvorsitz als „ehrenvolle Aufgabe“ ansehen. Doch sei er mit seinem Beruf und dem Mandat im Abgeordnetenhaus „voll ausgelastet“. Wichtig sei jetzt, dass die Mitgliedschaft über eine neue Führung mitentscheiden könne, etwa bei Regionalkonferenzen. Das sehen nicht alle in der Partei so. Andere Kreisvorsitzende sagen, die Mitglieder wollten das Ende der Führungskrise. Die Basis sei „nicht mehr verärgert, sondern nur noch traurig“. wvb.

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