Berlin : Ein Edelhuhn für Franzi

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Amerika hat den Golden Globe, uns reicht die Goldene Henne. Wozu auch gleich den ganzen Globus überreichen, wenn ein Preis in Form eines Federviehs ähnliche Begeisterung hervorrufen kann. Und ein klein wenig wie in Amerika war’s ja auch, als zur Verleihung des Medienpreises der rote Teppich vor dem Friedrichstadtpalast ausgerollt wurde, Fernsehleute ihre Scheinwerfer anknipsten, Fotografen ihre Objektive putzten und Schaulustige darauf warteten, dass Prominente lustig schauten. Einige von ihnen, wie Ski-Mann Sven Hannawald und Schwimm-Frau Franziska van Almsick, WM-Heroe Rudi Völler und Volksmusikerin Stefanie Härtel, hatten auch allen Grund zur Fröhlichkeit, denn sie gehören zu den Trägern des Preises, den Leser der Zeitschriften Super Illu und Super TV (Burda-Verlag) und die Zuseher des Mitteldeutschen Rundfunks (öffentlich-rechtlich) verleihen. Sie erkannten auch einem stillen Star den Preis zu: der Ärztin Jenny de la Torre, die sich in Berlin aufopfernd um Obdachlose kümmert.

Zum Rennen um die goldenen Hennen erschien auch Verleger Hubert Burda, der auf viel Prominenz aus Sport - und Politbiz traf: darunter Berlins Regierender Klaus Wowereit, Brandenburgs Ex Manfred Stolpe, Cottbus-Trainer Eduard Geier und Boxer Sven Ottke. Aber auch das Unterhaltungswesen war vertreten, besonders stark das ehemals volkseigene. Herbert Dreilich von der Gruppe Karat freute sich ebenso auf das Hennenspektakel wie Entertainer Achim Mentzel. Kein Wunder, denn das Edelhuhn, dessen nspatronin Helga „Henne“ Hahnemann ist, war 1995 in die Welt gesetzt worden, um Ost-Künstler bundesweit bekannt zu machen – sprich im Westen (und dort, wo man zu DDR-Zeiten lieber West- als Ostfernsehen guckte). Damals wie heute eine feste TV-Größe: Carmen Nebel. Sie erhielt gestern auch eine Henne, die im übrigen kein Ost-Vogel mehr sein will und deshalb schon bei Bundesprominenz wie Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl landete. Und bei Günther Jauch auch. ling

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