Ein Euro pro Sack : Wertvolles Laub in Tüten

Stefan Jacobs träumt von einem sauberen Berlin und fordert Pfand auf alles: Koste es, was es solle!

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Das Kreislaufwirtschaftsgesetz besagt sinngemäß, dass man Müll nicht einfach fallen lassen darf. Das sagt zwar auch der gesunde Menschenverstand, aber bei dem liegt der Krankenstand in Berlin traditionell recht hoch. Die Ursachen sind bisher nicht therapierbar, wohl aber die Symptome: mit Geld. Bierflaschen, Grundausstattung vieler vergesslicher Bahnfahrgäste, werden von Sammlern rasch und ordnungsgemäß entsorgt – dank acht Cent Pfand. Für einen Euro sammeln fleißige Leute neuerdings sogar zentnerschwere Laubsäcke von den Straßenrändern und bringen sie zum Recyclinghof. Die BSR erstattet nämlich einen Euro für die vorab für drei Euro verkauften Säcke, wenn sie sie nicht selbst abholen muss, sondern gebracht bekommt.

Das Prinzip ließe sich ausweiten: 20 Cent für zurückgebrachte To-Go-Kaffeebecher, zehn für Plastiktüten. Binnen weniger Tage wäre die Stadt sauberer und reicher. Die BSR könnte ihre Kräfte schonen für den Winterdienst. Bei Hundehaufen, Zigarettenkippen und Kaugummis helfen dagegen nur DNA-Proben, um die Schuldigen zu ermitteln. Wer überführt wurde, muss per Reihenuntersuchung seinen Verstand checken lassen.

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