Berlin : Ein Fall für Drei

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Von Kerstin Gehrke

Schauspieler Rainer Hunold ärgert sich seit Monaten mit seinem alten Bademantel herum. Der nämlich wurde nach einer Anzeige des Ehepaares Hunold wegen Diebstahls bei einer Frau gefunden, die sich ahnungslos gab: Nach einer Affäre mit Hunold sei es ganz normal, dass sein Bademantel bei ihr herumliege. Der langjährige Fernseh-Anwalt aus „Ein Fall für Zwei" dementierte. Steckt hinter der filmreifen Geschichte doch ein „Fall für Drei"? Das Amtsgericht Tiergarten kam gestern mit der Aufklärung nicht sehr weit.

Auf der Anklagebank saß Friederike H., eine gelernte Luftverkehrkauffrau. Sie soll einen Kurzurlaub der Hunolds genutzt haben, um sich heimlich in das Frohnauer Haus des Ehepaares zu schleichen. Laut Anklage nahm sie am 6. und am 8. August vorigen Jahres Bargeld in Höhe von 6000 Mark, einen Ringbuch-Timer, eine Spardose aus der Küche mit 200 Mark, eine Vase, eine Designer-Wildlederjeans und eben den Bademantel mit. Gefunden wurde bei Friederike H. nur der Mantel.

„Ich bin nie widerrechtlich in das Haus eingedrungen", erklärte die 31-Jährige nun im Prozess um Einbruchdiebstahl. „Den Bademantel hat mir Herr Hunold während unserer Liebesbeziehung geschenkt." Der 52-jährige TV-Star und seine 46-jährige Ehefrau Petra saßen während der Aussage der Angeklagten bei der Zeugenbetreuung. Für Rainer Hunold, der derzeit in der Serie „Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen" zu sehen ist, gab es keinen Auftritt. Nur nach Chemikerin Petra Hunold ließ der Richter rufen. Denn die beiden Frauen haben da noch eine andere Geschichte miteinander: Friederike H. hat ihrerseits Petra Hunold angezeigt. Wegen Körperverletzung nach einem angeblichen Schlag mit einer Hundeleine.

Beim Eintritt der Zeugin schmunzelten die Zuschauer: die Ähnlichkeit der beiden Frauen ist auffällig. Beide sind groß und schlank und tragen die blonden Haare zurückgekämmt. Und beide haben sich für ihren Auftritt vor Gericht für einen dunklen Hosenanzug entschieden. Petra Hunold berichtete von der Zeit nach einem Kurzurlaub. Zunächst habe ihr Mann seinen Time-Planer vermisst, dann Geld, den Bademantel.

Der Verdacht sei schnell auf Friederike H. gefallen, sagte Petra Hunold. Sie und ihr Mann seien bis vor zwei Jahren mit der Angeklagten befreundet gewesen. Dann aber habe es einen „ähnlichen Vorfall" wie im Sommer vorigen Jahres gegeben. Von einer Beziehung zwischen Frau H. und ihrem Mann wisse sie nichts, sagte die Zeugin. Doch das will der Amtsrichter noch genauer prüfen - und damit auch, ob die Hunolds möglicherweise Gründe haben, die angebliche Ex-Geliebte zu belasten. Er setzte den Prozess gegen Friederike H. aus, um vor einem neuen Anlauf die Akten bezüglich des Verfahrens gegen Petra Hunold beizuziehen.

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