Berlin : Ein Fall von Zivilcourage Tramfahrerund Fahrgäste verhindernAngriff aufAfrikaner

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Für den 35jährigen Mann aus dem kleinen afrikanischen Land Benin wurde es am Sonntag gegen 19.50 Uhr gefährlich. Einer ausländerfeindlichen Attacke entkam er nur, weil er die Ruhe bewahrte und zwei Fahrgäste und der Straßenbahnführer Zivilcourage zeigten.

Sonntagabend: Der Afrikaner sitzt im hinteren Abteil der Straßenbahnlinie 50, als an der Schönhauser Allee / Ecke Vinetastraße in Prenzlauer Berg zwei Männer, die einen Bierkasten tragen, zusteigen. Sebastian S., (18) und Michael T. (30) sehen den dunkelhäutigen Mann und fangen sofort an, ihn zu beleidigen. Doch der Afrikaner ignoriert die beiden Unruhestifter. Daraufhin zündet sich Sebastian S. eine Zigarette an und bläst dem Afrikaner den Rauch ins Gesicht.

Der Mann aus Benin, der in Pankow lebt, weist ihn auf das Rauchverbot in der Straßenbahn hin. „Leck mich..!“, ist die Antwort des 18-Jährigen. Die verbale Auseinandersetzung wird immer schärfer. Die beiden Männer provozieren den 35-Jährigen weiter. Plötzlich zieht Sebastian S. ein Messer und droht dem Afrikaner, er werde zustechen, sollte sein Gegenüber noch einmal etwas erwidern.

Der Mann aus Benin bleibt mutig, steht auf und droht, den Straßenbahnführer zu informieren. Sebastian S. stellt sich ihm in den Weg, Stirn an Stirn stehen sich die beiden Männer gegenüber. Doch der Beniner schafft es, vorbeizukommen und vorne die Notbremse zu ziehen. Inzwischen sind zwei Fahrgäste, eine 32-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann, aufmerksam geworden. Sie rufen über das Handy die Polizei und fordern die beiden Männer auf, den Afrikaner in Ruhe zu lassen.

Auch der Straßenbahnführer bekommt etwas von dem Ärger mit. Er reagiert überlegt, hält die Türen geschlossen, bis die Polizeibeamten eintreffen.

Die beiden Männer werden festgenommen. Wie sich herausstellte, sind sie bereits wegen Eigentumsdelikten, Beleidigungen und Körperverletzung bei der Polizei bekannt. Im vergangenen Jahr sind 138 Menschen Opfer von ausländerfeindlichen Angriffen geworden. tabu

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