Berlin : Ein Feiertag für den Einzelhandel

Viele Brandenburger nutzten Reformationstag zum Shopping in Berlin. Auch Museen und Zoo gut besucht

Cay Dobberke,Christoph Stollowsky

Für die Brandenburger war es „ein geschenkter Tag“, für die Mitarbeiter in den fünf Info-Läden der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) war es hingegen ein Tag mit heftigem Stress. Am gestrigen Mittwoch, dem Reformationstag, mussten sie so viele Fragen wie selten beantworten. Zahlreiche Berlin-Besucher aus dem Umland wollten wissen: Wo geht man hier am besten einkaufen? Kennen Sie schöne Cafés? Wo ist es für Kinder spannend? Denn rund um Berlin war gestern Feiertag, während die Berliner arbeiten mussten. Das nutzten viele Brandenburger, um in Berlin zu shoppen und sich einige unterhaltsame Stunden zu gönnen.

Läden, Museen, Zoo und Tierpark oder das Legoland am Potsdamer Platz meldeten auffallend viel Andrang für einen normalen Werktag. „Erfahrungsgemäß liegen die Umsätze am Reformationstag um zehn Prozent über denen an einem normalen Werktag“, sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Die Kunden „kommen aus dem Umland, aber auch aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt“, wo am 31. Oktober gleichfalls nicht gearbeitet wird. Gekauft würden vor allem Kleidung, Schuhe, Möbel, kleinere Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte. Kauflustige ziehe es an den Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße in der City-West, an den Potsdamer Platz, den Alexanderplatz und in die Friedrichstraße in Mitte oder in die Steglitzer Schloßstraße und in die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg.

Etliche Berliner Kaufhäuser hatten zuvor in Brandenburger Zeitungen und Radiosendern um Besucher geworben und mit Kinderbelustigungen und längeren Öffnungszeiten gelockt. Offenbar mit Erfolg. Bei Karstadt an der Wilmersdorfer Straße schnellte der Umsatz um mehr als zehn Prozent hoch, dort konnte man gestern bis 22 Uhr einkaufen. Im Steglitzer Einkaufszentrum „Das Schloss“ war das Parkhaus schon um 11.30 Uhr komplett besetzt. Und der Centermanager der Potsdamer-Platz-Arkaden, Thomas Sänger, freute sich: „Hier sind mindestens 50 Prozent mehr Leute als sonst am Mittwoch.“ In der Friedrichstraße schätzte die Marketingleiterin des Kaufhauses Galeries Lafayette, Ulrike Möslinger, dass „mindestens ein Drittel mehr Menschen im Haus sind.“ Über die gute Lage des Kulturkaufhauses Dussmann freute sich dessen Leiter Hartwig Schulte-Loh: „Der Bahnhof Friedrichstraße ist ja die zentrale Station für Leute aus Potsdam.“ Diesmal zeichne sich ein Mehrumsatz von rund zehn Prozent ab.

Ein „starkes Einzugsgebiet“ habe auch das Eastgate-Center in Marzahn, sagte dessen Centermanagerin Bianka Käppler. „Die Menschen verbringen einen Urlaubstag im Center mit Bummeln, Mode kaufen und Kaffeetrinken“. Einen Ferientag gönnten sich auch viele Brandenburger im Legoland, vor dessen Kassen sich Schlangen bildeten. Auffällig viele Familien unter den Besuchern registrierten die Staatlichen Museen – und der Star des Zoologischen Gartens tollte vor besonders vielen Fans aus Brandenburg herum. „Bei Knut“, sagt Zoo-Sprecher Heiner Klös, „war mal wieder ein ganz starker Andrang“.

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