Berlin : Ein Geheimnis aus China

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Da hatte man nun die neuen exotischen Heißgetränke in Europa: Tee, Kaffee, Schokolade. Aber woraus sollte man sie standesgemäß trinken? Zunächst gab es keine geeigneten Gefäße für den teuren Genuss. Mit dem Tee kamen ab 1640 auch bauchige Kannen und kleine Tässchen aus China nach Europa – gefertigt aus einem edlen Material, das man hier nicht herstellen konnte: Porzellan. Diese Teekannen nutzte man anfangs auch für den Kaffee, bis sich die typische längliche Birnenform für Kaffeekannen herausgebildet hatte.

Erst 1708 gelang es Johann Friedrich Böttger in Meißen als erstem Europäer, Porzellan herzustellen. Das Verfahren ließ sich nicht geheim halten, und schon bald überboten sich die Porzellanmanufakturen an Fürsten- und Königshöfe darin, Service zu entwerfen.

Im Berliner Kunstgewerbemuseum kann man die Entwicklung der Tee- und Kaffeeservice sehr gut nachvollziehen: Von den ganz frühen Kannen, die aus China kamen und zum Teil in Deutschland neu gefasst wurden (siehe Abbildung auf dieser Seite) bis hin zu farbenprächtigen Servicen aus Meißen und der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur (KPM).

Darunter ist auch ein Service, das nur für die Prinzessin von Schwarzburg-Rudolstadt gefertigt wurde, ein sogenannter Solitär – mit winzigen Tässchen, die wie Spielzeuggeschirr anmuten. Ein Zeichen dafür, wie teuer und hoch geschätzt der Kaffee war, als er noch jung in Europa war. D.N.

Kunstgewerbemuseum, Kulturforum, Eingang Herbert-von-Karajan-Straße 10, Di.–Fr. 10–18 Uhr, Sa./So. 11–18 Uhr.

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