• Ein Geschäftsmann will in Kleinlastwagen Fahrgäste mitnehmen und so das Gesetz umgehen

Berlin : Ein Geschäftsmann will in Kleinlastwagen Fahrgäste mitnehmen und so das Gesetz umgehen

Holger Stark

Bülent Burma ist sich sicher: Das wird ein gutes Geschäft. Schon von Ende Januar an will Burma 1000 Kleinlastwagen durch die Stadt fahren lassen - als Werbemobile. Denn die Transporter mit jeweils acht Sitzen sollen einerseits Fahrgäste durch die Stadt bringen und damit Taxis und der BVG Konkurrenz machen. In den Autos soll aber vor allem permanent Werbung laufen und die Insassen berieseln. Dafür ist der Fahrpreis extrem kalkuliert: 1,50 Mark pro Fahrt. "Das sind die Betriebskosten" sagt Burma. Die eigentliche Finanzierung soll durch die Werbung gesichert werden. Burma glaubt, damit eine Möglichkeit gefunden zu haben, um das Berliner Beförderungsgesetz zu umgehen. Das sieht vor, dass ein Gewerbe angemeldet werden muss, regelt die Gültigkeit von Tarifen und eine Reihe weiterer Vorschriften, die Burma nicht einhalten könnte. "Aber das Gesetz trifft uns nicht. Wenn wir primär Personen befördern würden, bekämen wir Probleme. Aber wir bringen nur Werbung an unsere Kunden." Deshalb soll es bei den "Werbe-Dolmus", wie Burma in Anlehnung an die türkischen Sammeltaxis seine Fahrzeuge nennt, auch keine festen Routen geben. "Die bestimmen unsere Auftraggeber", sagt der 40-jährige Geschäftsmann. Nach Bülent Burmas Angaben "ist die gesamte Infrastruktur startklar"; innnen sollen die Transporter mit LCD-Monitoren und DVD-Playern ausgestattet, außen beklebt sein. Verträge seien bereits geschlossen.

Skeptisch sieht der Taxi-Verband die Idee. "Er wird damit keinen Tag auf der Straße sein", sagt Wilfried Hochfeld, der stellvertetende Vorsitzende. Auch in der Senatsverkehrsverwaltung hält man die Idee bisher für nicht genehmigungsfähig. Da das System nach Buskriterien beurteilt würde, müssten strenge Sicherheitskriterien erfüllt werden, sagte die Sprecherin der Verwaltung, Petra Reetz.

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