Berlin : Ein Geschenk zur Eröffnung

Forschungsministerin Schavan: Museum wird Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft

Uwe Schlicht

Das Naturkundemuseum soll Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft werden. Das kündigte Bundesforschungsministerin Annette Schavan gestern überraschend bei der Wiedereröffnung der Ausstellungsräume des Naturkundemuseums an. Die nächsten Monate bis zum Ende des Jahres sollen dazu genutzt werden, einen konkreten Zeitplan und zugleich ein Finanzierungskonzept für die Aufnahme zu vereinbaren.

Wenn das Naturkundemuseum in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen wird, teilen sich Bund und Länder je zur Hälfte die Kosten. Die Aufnahme des Naturkundemuseums erfordert einen so hohen Geldbetrag, dass es im Bund zu einer Neuentscheidung über die Prioritäten kommen muss. Angesichts der Kosten von 82 Millionen Euro für die Sanierung des Naturkundemuseum war es bis gestern fraglich, ob in absehbarer Zeit eine Entscheidung getroffen werden könnte. Selbst eine Aufnahme frühestens zum Jahr 2010 war ungewiss. Jetzt erklärte Bundesforschungsministerin Schavan, das Naturkundemuseum sei ein „Juwel“. „Die Bundesregierung ist sich bewusst, welchen Schatz wir hier haben.“ Ziel sei es, Verantwortung für das weltweit fünftgrößte Museum seiner Art zu tragen.

Nähere Nachfragen im Bundeswissenschaftsministerium brachten gestern keine Klarheit. Ungeklärt ist die Frage, welches Ministerium den Bundesanteil für das Naturkundemuseum aufbringen wird. Mit ein Grund für die lange Verzögerung der Aufnahmeentscheidung war die Tatsache, dass der Kulturminister mit seinem knappen Haushalt für die geisteswissenschaftlichen Museen in der Leibniz-Gemeinschaft zuständig ist. Das Naturkundemuseum ist jedoch ein naturwissenschaftliches Forschungsmuseum. Das gestern herausgestellte Engagement der Forschungsministerin lässt den Schluss zu, dass ihr Ministerium die Finanzierung übernehmen werde.

Auf jeden Fall müsste das Geld für das Naturkundemuseum der Leibniz-Gemeinschaft zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Der Etat finanziert derzeit 84 Forschungsinstitute und Museen der Gemeinschaft. Für Neuaufnahmen reicht dieses Geld nicht.Uwe Schlicht

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