• Ein "Gigant auf Rädern" soll das Werbesegel über dem City-Bürohochhaus von seiner alten Reklame befreien

Berlin : Ein "Gigant auf Rädern" soll das Werbesegel über dem City-Bürohochhaus von seiner alten Reklame befreien

C. v. L.

Ein "Gigant auf Rädern" wird sich nach Auskunft der Gardemann-Arbeitsbühnen-GmbH am kommenden Sonnabend dem Kant-Dreieck und seinem Segel nähern. Ein Lastwagen fährt dann eine Plattform bis zu einer Höhe von 42 Metern aus, Arbeiter werden die Werbung entfernen und das Aluminiumsegel auf dem Bürohaus an der Kantstraße reinigen.

Das Unternehmen teilte etwas missverständlich mit, das Segel werde bei der Aktion "eingeholt", was bei dem Hauseigentümer, der KapHag, zunächst etwas Verwirrung auslöste. Das Werbesegel, zu einem der Wahrzeichen der West-City geworden, bleibt aber erhalten. Was künftig als Botschaft prangt, wird nicht verraten.

Noch wirbt die Komische Oper. Um deren Budget mit der Aktion "nicht zu stark zu belasten", wird das Unternehmen Gardemann den Einsatz des millionenteuren Spezialgerätes sponsern. Die Arbeitsbühne, die bis zu 70 Metern ausgefahren werden kann, hat eine Reichweite bis zu 34 Metern nach beiden Seiten, damit lässt sich theoretisch eine Fläche von 2000 Quadratmetern bearbeiten, "ohne Versetzfahrt und ohne Verkehrsbeeinträchtigung". Im 3,70 Meter breiten Arbeitskorb können drei Mann arbeiten; die "Segeltour" in Charlottenburg dauert vermutlich von 9 bis 15 Uhr.

Die Werbung auf dem Segel war nicht unumstritten: Die Hauseigentümerin Logos, die der KapHag gehört, wollte das Aluminiumsegel auf dem neuen Bürohaus 1996 mit der Werbung für eine Versicherung schmücken. Das Bezirksamt war dagegen: Das Segel sei Kunst, es selbst und seine Umgebung dürften nicht verschandelt werden. Das Verwaltungsgericht entschied nach einem Ortstermin und einer Sichtprobe, dass die vorgesehene Werbung unzulässig war.

Später wurde dann dezent für die Brandenburgischen Sommerkonzerte und für die Komische Oper geworben. KapHag-Geschäftsführer Gernot Moegelin sagte gestern, man habe einen Prozess gewonnen und dürfe werben. Für jede neue Werbung benötige man aber eine Baugenehmigung, und die liege noch nicht vor. Nach wie vor sei man interessiert, das elfstöckige Haus um sechs Etagen aufzustocken. "Das ist eine Frage der nächsten zwei, drei Jahre". Zuvor muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden, und diese Änderung hat das Bezirksamt zu beantragen. Das Gebäude Kant-Dreieck, von Josef Paul Kleihues entworfen, sollte zunächst auch höher gebaut werden. Das später hinzugefügte Segel war dann als Ausgleich gedacht.

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