Berlin : Ein Haus für Chinas Kultur

Grundsteinlegung für ein Institut mit Ausstellungsfoyer, Buchladen und Büros

Matthias Oloew

Zum ersten Mal wird in Deutschland ein Kulturinstitut der Volksrepublik China errichtet. Es entsteht an der Klingelhöferstraße, zwischen der Deutschlandzentrale der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und den Büros der Konrad- Adenauer-Stiftung. Bundeskanzler Gerhard Schröder und der chinesische Staatspräsident Hu Jintao gaben gestern das Startsignal für die Arbeiten. „Ich nehme das letzte Mal einen Spaten offiziell in die Hand“, sagte Schröder gut gelaunt, „ab nächste Woche nur noch in meinem Garten“. Der Neubau wird rund acht Millionen Euro kosten. Im Frühjahr 2007 sollen die 20 Angestellten des Instituts ihre Arbeit aufnehmen.

Die Pläne stammen vom Berliner Büro Augustin und Frank. Sie entwarfen einen Stahlbetonbau, dessen Fassade von einer Mischung aus Naturstein, Metall und Glas bestimmt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus werden alle öffentlichen Bereiche untergebracht – mit Ausstellungsfoyer, Mehrzweckraum und Buchladen. Im ersten Stock wird es eine Bibliothek geben, in der zweiten und dritten Etage sind Schulungsräume vorgesehen. Oben soll dann die Verwaltung einziehen.

Der Bau des Kulturinstituts ist beim Staatsbesuch von Hu Jintaos Vorgänger Jiang Zemin im Jahr 2002 vereinbart worden. Das Kulturinstitut ist vergleichbar mit den deutschen Goethe-Instituten. Künftig werden Veranstaltungen zu Sprache und Kultur Chinas angeboten, aber auch über die Küche, Musik und die Heilmethoden des Landes. In Europa gibt es bislang nur in Paris ein solches Institut.

Mit dem Neubau können die Projektentwickler des Köbis-Dreieck genannten Baufeldes zwischen der Klingelhöfer-, Köbis- und von-der-Heydt-Straße einen weiteren Erfolg feiern. Die Büros der KPMG sind bereits fertig, die der Adenauer-Stiftung können im kommenden Jahr bezogen werden. An der Köbisstraße sind vier Wohnblöcke in Bau, in denen je ungefähr zur Hälfte Miet- und luxuriöse Eigentumswohnungen untergebracht werden. Für die Grundstücke an der Von-der-Heydt-Straße sind Botschaften im Gespräch.

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