Berlin : Ein Herz für Potsdam

Wer einmal herzieht, bleibt gerne länger Was die Statistik über die Landeshauptstadt verrät.

Potsdam - Der neugeborene Potsdamer heißt Anton oder Paul, die jüngsten Potsdamerinnen am liebsten Hanna oder Mia. Der durchschnittliche Potsdamer verbrauchte im vergangenen Jahr jeden Tag 115 Liter Wasser – drei Liter weniger als noch 2010. Und die Zahl der Heilpraktiker ist stark gestiegen: Ende 2011 waren 172 solcher Praxen angemeldet, zwei Jahre zuvor waren es 108. Das sind nur einige Fakten aus dem neuen statistischen Jahresbericht für das Jahr 2011, den Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) jetzt vorgestellt hat. Der Bericht, der unter www.potsdam.de kostenlos verfügbar ist, lässt kaum eine Frage offen: Er umfasst 300 Seiten. Dazu kommt ein 80 Seiten umfassender Vergleich der Stadtteile.

EINWOHNER

Wer einmal nach Potsdam zieht, der bleibt im Schnitt rund 20,3 Jahre, bevor er die Stadt verlässt. Spannend ist die Zahl der Alt-Potsdamer im Vergleich zu den Zugezogenen: Knapp die Hälfte der Einwohner, nämlich 76 146 Personen, lebt schon länger als 20 Jahre hier. 57 701 Menschen wohnen seit weniger als zehn Jahren in der Stadt. Zugleich steigt unter den Zuzüglern nach Potsdam der Anteil der Ausländer – er liegt bei rund 20 Prozent.

WOHNUNGEN

Stetig wächst der Anteil der sanierten bzw. neu gebauter Wohnungen. Inzwischen liegt dieser bei knapp 85 Prozent – vier Jahre zuvor waren es noch 73 Prozent. Der Anteil der unsanierten Wohnungen ging in der gleichen Zeit von 27 auf 15 Prozent zurück. Ende 2011 gab es insgesamt 84 781 Wohnungen, 558 mehr als ein Jahr zuvor. Pro Einwohner stehen im Schnitt 37 Quadratmeter zur Verfügung.

SCHULEN

Jeder vierte Schüler in Potsdam besucht eine freie Schule. Der Anteil ist leicht gestiegen. Im vergangenen Schuljahr waren 4297 Potsdamer an solchen Schulen gemeldet, 530 mehr als noch vor zwei Jahren. Im selben Zeitraum stieg die Schülerzahl an den staatlichen Lerneinrichtungen um 613 auf 14 025.

VERKEHR

Der Volkswagen ist das beliebteste Auto der Potsdamer, 17 Prozent der Privatfahrzeuge stammen aus Wolfsburg. Es folgen Autos von Opel mit 10,6 Prozent und von Ford mit 7,2 Prozent. Mit dem Bevölkerungswachstum steigt die Zahl der Autos: 2011 waren 65 230 Wagen angemeldet, 5825 mehr als noch fünf Jahre zuvor.

TOURISMUS

Auch nach Potsdam zieht es immer mehr Touristen – die Zahl stieg im Jahr 2011 um 10 000 auf knapp 392 000. Rund 90 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland. Die meisten ausländischen Touristen kommen aus den Niederlanden (1,1 Prozent). Mehrere Sehenswürdigkeiten in Potsdam haben im vergangenen Jahr einen Besucheransturm erlebt. So besuchten 65 814 Menschen das Belvedere am Pfingstberg – 26 Prozent mehr als noch 2010. In die sanierte Historische Mühle kamen mit 56 833 Gästen sogar 86 Prozent mehr Besucher. Zu den Verlierern zählt die ohnehin defizitäre Tropenhalle Biosphäre. Hier sank die Zahl der Gäste um knapp 20 000 auf 128 913 – ein Minus von 12,4 Prozent. Die beliebtesten Ziele für Touristen bleiben das Schloss Sanssouci und der Filmpark, die jeweils von mehr als 300 000 Menschen besucht wurden – Tendenz steigend.

SPORT

Fußball wird in Potsdam immer populärer. Die Zahl der in Sportvereinen registrierten Freizeitkicker stieg 2011 auf 4229 – 800 mehr als noch im Jahr zuvor. Kaum Veränderung gab es bei anderen beliebten Sportarten: Um die 1000 Sportler schwimmen, trainieren Leichtathletik oder spielen Volleyball. Insgesamt ist die Mitgliederzahl der Sportvereine seit 2007 um 4000 auf 26 259 gestiegen.

ORDNUNG UND SICHERHEIT

Das Ordnungsamt verteilt jedes Jahr mehr Knöllchen. Wurden 2007 knapp 96 000 Verwarnungen wegen Falschparkens erteilt, waren es 2011 knapp 110 000. Positiv: Bei den Straftaten ist seit 2001 die Zahl der Fälle je 1000 Einwohner von 149 auf 101 gesunken. HK

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