Klaus Lederer – Kultur und Europa

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Ein Jahr Rot-Rot-Grün in Berlin : So hat sich der Senat bisher geschlagen
Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke).
Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke).Foto: Jörg Carstensen/dpa

Klaus Lederer schlägt sich ganz gut. Vor allem hat er keine Angst davor, sich zu schlagen, nach seinen Überzeugungen zu handeln. Zum Beispiel beim PopKultur-Festival im Sommer: Da gab es den Boykottaufruf wegen der Teilnahme einer israelischen Musikerin. Diesen Boykottaufruf fand er widerlich.

Oder bei der Schloss-und Kreuz-Debatte: „Ein Kreuz hat auf dem Schloss nichts zu suchen.“ Und zuletzt im Fall der Preisverleihung im Babylon-Kino an den zwielichtigen Neurechten Ken Jebsen: Die ließ er von Amts wegen untersagen.

Fragt man aber die Leute auf der Straße, nach Klaus Lederer, würden die meisten wohl sagen: Das ist doch der Frank-Castorf-Fan, der würde den neuen Volskbühnen-Intendanten Chris Dercon doch am liebsten wieder loswerden. Lederer hat aus seiner Abneigung gegen die Berufung tatsächlich keinen Hehl gemacht.

Wirklich geschickt aber war das nicht, und geschickt hat er sich auch nicht verhalten, als die Volksbühne besetzt wurde. Da hätte es sicher viel früher eine Räumung geben müssen. Lederer, das weiß man, hat mit Hochkultur nicht so viel am Revers, mit den sogenannten Leuchttürmen.

Er schätzt die Basis- und Kiezkultur, hat gerade die Kinder- und Jugendtheater mit mehr Geld ausgestattet, einen neuen Festival-Fonds mit immerhin 4,2 Millionen Euro eingerichtet. Und er will die Tariferhöhungen für die Angestellten kultureller Institutionen bezahlen. Das war lange keine Selbstverständlichkeit. Was Lederer bisher gemach hat, war Kärrner-Arbeit. Das ist unglamourös, damit kommt man nicht ins Fernsehen.

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