• Ein junger Mann wurde durch einen Schuss in den Mund schwer verletzt - die Täter entkamen unerkannt

Berlin : Ein junger Mann wurde durch einen Schuss in den Mund schwer verletzt - die Täter entkamen unerkannt

Katja Füchsel

Der junge Mann muss es für seine letzte Stunde gehalten haben. Denn woher sollte er auch wissen, dass die Waffe, deren Lauf in seinem Mund steckte, nicht echt war, sondern "nur" eine Schreckschusspistole? Nachdem sein Angreifer abgedrückt hatte, lebte er aber noch. Also schleppte sich der 21-Jährige am Montag nachmittag aus dem Wald in die Straße Am Postfenn. Hier jedenfalls entdeckte eine Polizeistreife gegen 16 Uhr 20 den verletzten Charlottenburger, der still am Straßenrand saß und stark aus Mund und Nase blutete.

Für Polizei und Ärzte blieb es zunächst unklar, was mit dem jungen Mann geschehen war. Denn der Verletzte stand noch unter Schock und schwieg. Im Krankenhaus wurden bei dem Opfer schwere Verletzungen im Mund und Rachenraum sowie ein Knalltrauma diagnostiziert. "Lebensgefahr besteht aber nicht", sagte eine Polizeisprecherin. Erst gegen 21 Uhr 45 war der junge Mann ansprechbar, auch wenn ihm das Reden auch noch heute schwerfallen dürfte. Seine Beschreibung des Vorfalls blieb allerdings äußerst vage.

Danach ging der 21-Jährige am Nachmittag allein im Grunewald spazieren, als ihm irgendwo zwei ihm unbekannte Männer begegneten. Ohne jeglichen Anlass sollen ihn die beiden Täter als "Schwuchtel" beschimpft und geschubst haben. Plötzlich habe ihn einer von hinten gepackt, ihm eine Pistole in den Mund gesteckt und abgedrückt. Anschließend flüchteten die Angreifer in den Wald. Völlig unbeschadet kamen sie nach den Angaben des Opfers aber auch nicht davon: Bei dem Gerangel will der 21-Jährige einen seiner Gegner durch einen gezielten Schlag verletzt haben.

Der 21-Jährige vermutet, dass die Täter Deutsche sind. In den Mund geschossen habe ihm ein etwa 25 Jahre alter Mann "mit breitem Gesicht". Sein Komplize sei kleiner, etwa 20 Jahre alt, mit braunen Haaren und silberfarbener Bekleidung. Davon, dass ihr Opfer den Anschlag in jedem Fall überleben werde, konnten die beiden Männer nur schwer ausgehen. Aus der Nähe abgefeuert, können Gas- und Schreckschusspistolen erhebliche Verletzungen verursachen. Auch, wenn sie nicht als tödliche Waffen gelten.

Details konnten die Beamten dem jungen Mann am Dienstag allerdings nicht entlocken. "Er ist ja kaum vernehmungsfähig", sagt die Sprecherin der Polizei. Offen sei noch immer, an welcher Stelle der junge Mann im Wald überfallen worden sei. Rätselhaft ist auch noch, weshalb die beiden Männer ohne Vorwarnung auf einen arglosen Spaziergänger losgegangen sein sollen. Fraglich ist zudem, ob das Opfer seine Angreifer vielleicht doch kannte. "Wir ermitteln in jede Richtung", hieß es bei der Polizei. Am Dienstag durchforstete die Polizei zunächst einmal die Umgebung der Straße Am Postfenn.

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