Berlin : Ein Kick für Berlin

Heute singt Robbie Williams im Velodrom. Gestern gab’s nochmal 350 Karten

Sebastian Leber

Janina Runge wird ihrem Star heute Abend ganz nah sein. Die 19-Jährige aus Hannover hat sich gestern Mittag als allererste vor dem Velodrom angestellt – 32 Stunden vor Beginn der Show. Mit Schlafsack, Gameboy und Campingstuhl fiebert sie dem Einlass entgegen. „Vielleicht guckt mir Robbie beim Konzert in die Augen, das wär´ das Größte.“

Die meisten anderen Robbie-Williams-Fans werden sich heute wohl erst ab dem Nachmittag in die Schlange einreihen. Und es sind einige mehr als ursprünglich geplant: Gestern morgen gaben die Veranstalter kurzfristig 350 weitere Karten für das eigentlich längst ausverkaufte Konzert zum Verkauf frei. Der Berliner Chef-Organisator Bernd Hofmann erklärt das mit aufwändigen Konzertaufbauten im Velodrom: Von der Hauptbühne führe ein schlangenförmiger „Catwalk“ zu einer zweiten Bühne in der Hallenmitte. „Erst als Freitagnacht alles stand, konnten wir ausrechnen, dass wir noch ein paar Plätze mehr zur Verfügung haben.“ Innerhalb von zwei Stunden waren die Tickets vergriffen, und dass heute an der Abendkasse noch einmal Karten auftauchen, schließt Veranstalter Hofmann definitiv aus: „Jetzt geht absolut nichts mehr.“ Also bleibt kartensuchenden Fans nur der Handel im Internetauktionshaus Ebay. Hier werden die Karten inzwischen für rund 230 Euro – also mehr als das Doppelte des Originalpreises – verkauft. Sogar Tickets für den Zoo-Palast, wo es heute eine Live- Übertragung des Konzerts gibt, kosten im Internet mittlerweile 50 Euro. Aber Vorsicht: In den vergangenen Tagen wurden dort immer wieder gefälschte Karten angeboten.

Robbie Williams selbst wird zum Konzert mit einer verstauchten Hand erscheinen. Die Verletzung zog er sich am Freitag beim Fußballspielen auf dem Rasen des BFC Preussen zu. Reinhard Manntz, Vizepräsident des Lankwitzer Sportvereins, kann sich nicht erklären, warum der Popstar gerade zum BFC Preussen wollte: Ein Manager des Ritz Carlton habe am Donnerstag beim Verein angerufen und gefragt, „ob eine Gruppe Männer bei uns ein bisschen kicken könnte. Wir hatten ja keine Ahnung, um wen es sich dabei handelte.“ Dem Popstar gefiel es in Lankwitz so gut, dass er am nächsten Tag wieder kam und mit seinen Musikern gegen die zweite Herrenmannschaft der Preussen spielte. Williams schoss drei Tore und lag mit seiner Mannschaft in Führung, als er auf dem nassen Rasen ausrutschte. Ein Foul sei aber nicht passiert, betont Vizepräsident Reinhard Manntz. Kleiner Trost für Robbie: Der Verein schenkte ihm die silberne Anstecknadel – jetzt ist der Popstar Ehrenmitglied in Lankwitz.

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