Berlin : Ein Labyrinth mit 7300 Räumen

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Insgesamt 7300 Räume hat das Krankenhaus Neukölln. Es ist wie alle großen Kliniken ein nur für wenige Eingeweihte durchschaubares Labyrinth. Denn 1101 Betten und dutzende Operationssäle benötigen eine komplexe Technik. So sind zum Beispiel Abluftschächte so groß, dass Menschen in ihnen stehend laufen und sich verstecken können. Viele hundert Räume sind Technikern vorbehalten. Zum Teil sind die Patienten- und Personalbereiche nicht klar voneinander abgegrenzt.

„Wenn Sie findig sind, kommen Sie überall rein“, hatte der Ärztliche Leiter Diethelm Hansen gesagt, kurz nachdem der 63-jährige Patient Wolfgang B. tot in einem Heizungsraum gefunden worden war. Ein Taxifahrer sagte gestern, dass er sich beim Abgeben eines Pakets dort verlaufen habe: Er sei durch eine Stahltür gegangen und habe plötzlich vor einer zweiten, verschlossenen Tür gestanden. Erst da habe er bemerkt, dass die erste innen keine Klinke hatte. Er hatte Glück: In seinem „Gefängnis“ hing ein Haustelefon, über das er sich melden konnte. „Es ist durchaus möglich, sich zu verirren, wenn man durch falsche Türen geht“, sagte eine Vivantes-Sprecherin gestern. Sie betonte aber, dass die Tür des Raumes, in den sich der nun tote Patient Wolfgang B. verirrt hatte, eine Klinke hatte. Bereits 2002 hatte ein 86-Jähriger tagelang tot im Keller der Klinik gelegen. Ha

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