Berlin : Ein Preis für Toleranz und ein Gala-Dinner fürs Museum Ehrung für Berthold Beitz

und Heinrich von Pierer

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Ein gutes Jahr nach seiner Eröffnungsgala feiert das Jüdische Museum erneut mit seinen Freunden und Förderern. Das GalaDinner am heutigen Sonnabend ist wieder einer Premiere gewidmet. Die rund 260 Gäste erleben die Verleihung des Preises für Verständigung und Toleranz, den das Museum jetzt erstmals vergibt. Geehrt werden Berthold Beitz, der Vorsitzende der Krupp-Stiftung, und Heinrich von Pierer, der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG.

Beitz erhält den nicht dotierten Preis für sein Engagement für die Rettung von Juden in der Nazizeit und und seine Rolle als Mäzen, sagte gestern der Direktor des Jüdischen Museums, Michael Blumenthal. Heinrich von Pierer wird für seine Verdienste um die Entschädigung der ehemaligen Siemens- Zwangsarbeiter ausgezeichnet. Noch bevor der Konzern Gründungsmitglied der nationalen Entschädigungs-Stiftung wurde, hatte von Pierer von sich aus einen Firmen-Fonds gebildet. Als Laudatoren treten Otto Schily und Angela Merkel auf.

Vor dem Eröffnungs-Fest am Vorabend des 11. September 2001 hatte es – gelinde gesagt – vornehmes Gerangel um die 850 Plätze gegeben. Event-Managerin Isa Gräfin von Hardenberg musste das größte Treffen politischer und gesellschaftlicher Prominenz, das Berlin je gesehen hatte, mit der allerhöchsten Kunst der Diplomatie arrangieren. Vor dem diesjährigen Gala-Dinner sollte niemand gebremst werden, sich auf die Gästeliste zu drängeln. Denn wer einen der Plätze rund um den zentralen Tisch mit Ehrengästen wie Innenminister Otto Schily, CDU-Chefin Angela Merkel, Israels Botschafter Shimon Stein und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit einnehmen darf, hat zuvor üppig gespendet.

Auch die Gäste kommen als Gönner: Sie haben ihre Sitzplätze für 5000 bis 20 000 Euro pro Tisch, beziehungsweise 500 Euro pro Stuhl „gekauft“. Der Erlös des Abends – „eine schöne sechsstellige Zahl“, wie Blumenthal sagte – kommt der pädagogischen Arbeit des Museums zugute. Mit der Schar der Mäzene will Michael Blumenthal auch ein wirklich gutes Jahr für sein Museum feiern: Ende Januar 2003 steuert das Haus auf den einmillionsten Besucher zu. Und auch die privaten Förderer vermehren sich stetig – dank eines am amerikanischen Vorbildes geschulten Fundraising-Modells. Dazu gehört auch, dass das Museum sein Gala-Dinner nunmehr selbst organisiert – unter Kosten sparendem Verzicht auf die diplomatischen Dienste von Gräfin Hardenberg. -ry

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