Berlin : Ein Rap-Song zum Abschied Ermordete Kristina Hani wurde beigesetzt

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Am Ende steigen Hunderte rosafarbene Luftballons in den Himmel. Die Trauernden, die am Mittwochnachmittag an Kristina Hanis Grab auf dem Friedhof Alter Luisenstadt nahe dem Südstern standen, hatten sie alle gleichzeitig losgelassen.

Die Angehörigen, Freunde, Mitschüler und Lehrer waren zuvor alle zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von dem 14-jährigen Mädchen, das am 16. April ermordet im Neuköllner Park Thomashöhe gefunden worden war. Getötet von Unbekannten, die sie bei lebendigem Leib in einen Rollkoffer gepfercht und diesen dann angezündet hatten.

Die Trauer und die Wut über die Tat drückt ein Freund Kristinas in einem Rap-Song aus. „Ey Gott, warum hast du sie uns weggenommen und den Täter noch nicht festgenommen?“, fragt er.

Auch der Pfarrer versucht in seiner Predigt ein Zeichen der Hoffnung zu setzen und zu verstehen, was eigentlich nicht zu verstehen ist. Er spricht über Kristina, die Gymnasiastin, aufgeweckt, neugierig auf die Welt und voller Tatendrang, ohne Scheu und Berührungsängste. Über das Mädchen, das für seine Mutter ein wenig zu schnell seine Kindlichkeit abgelegt hatte. Eine Anspielung auf das, was jeder der Trauernden weiß: Kristina hatte zuletzt Drogen genommen, war sogar dabei, abzurutschen. Und so verweist der Pfarrer darauf, dass Kristinas Tod Fragen aufwirft, die „nicht allein kriminalistisch zu beantworten sind“. Er appelliert an die Verantwortung, die jeder Einzelne von uns habe. Ihr Tod zeige, welchen Herausforderungen junge Menschen in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. „Lasst uns ihren Tod eine Mahnung sein“, sagt der Pfarrer. Eine Mahnung, die jungen Menschen nicht allein zu lassen.

Dann schweben die ersten Töne von The Verves „Bitter Sweet Symphony“ durch die Kapelle. „Cause it’s a bittersweet symphony this life.“ tabu

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