Berlin : Ein "Rosinenbomber" im ewigen Anflug auf den Potsdamer Platz

THOMAS LOY

BERLIN .Das Berliner Schicksalsflugzeug, der "Rosinenbomber", wird ab morgen für immer über der Stadt schweben.Eine amerikanische C 47 "Skytrain" soll auf dem Dach des neuen Technik-Museums auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs aufgehängt werden.Am Neubau des größten Technik-Museum Europas wird am 12.Mai Richtfest gefeiert.

Das spektakuläre Transport- und Hängemanöver beginnt am Samstag gegen 12 Uhr und wird einige Stunden dauern.Die Museumsleitung erwartet mehrere tausend Schaulustige und hofft auf günstiges Wetter.Wenn der Wind allerdings so stark weht wie in den vergangenen Tagen, muß die Aktion abgeblasen werden.Geht alles glatt, dann wird der "Rosinenbomber" das spektakuläre Wahrzeichen des neuen Technikmuseums.Die Maschine hängt dann "wie im Landeanflug Richtung Potsdamer Platz", wie das Deutsche Technikmuseum mitteilt.

Bereits heute nacht werden Rumpf und Mittelmotor einer JU 52 vom Flughafen Gatow per Spezialschlepper an die Trebbiner Straße gebracht.Der Transport beginnt um 22 Uhr und passiert Potsdamer Chaussee, Heerstraße, Straße des 17.Juni und Stresemannstraße.Gegen 23 Uhr macht der Konvoi einen Zwischenstopp am Brandenburger Tor.Am Samstag von 6 bis 12 Uhr werden die Einzelteile der Junkers-Maschine per Kran in die große Luftfahrthalle im dritten Obergeschoß gehievt.Anschließend beginnt der Transport des "Rosinenbombers".Wer dabeisein möchte, sollte sich am Landwehrkanal postieren.Die Trebbiner Straße wird für die mehrstündigen Arbeiten gesperrt.Der "Rosinenbomber", der jetzt noch neben dem Haupteingang steht, soll dann am Kranhaken zwischen Museum und dem Bürogebäude der Post auf der anderen Straßenseite hindurch bugsiert werden.Um Platz zu schaffen, wurden bereits Straßenlaternen entfernt und ausufernde Baumkronen in Netze eingezwängt.

Drei Kräne werden das Flugzeug in sieben Etappen ans Ziel bringen.Die letzte Etappe wird die schwierigste sein.Das acht Tonnen schwere Flugzeug wird über die Terasse im dritten Obergeschoß geschwenkt und an 30 Punkten mit Stahlseilen befestigt.Künftig wird es an einem "Fachwerkträger" einige Meter über der Terasse hängen.

"Eine solche Konstruktion ist bisher ohne Vorbild.Sie wurde eigens für den Neubau entworfen", erklärt die Sprecherin des Technikmuseums, Maria Borgmann.Besondere Herausforderung ist auch hier der Wind.Wegen eines möglichen Auftriebs muß die Maschine nach unten fixiert werden.

Wenn alles klappt, wird sie sowohl von drinnen als auch von der Straße und den U- Bahnlinien am Gleisdreieck zu sehen sein.Die JU 52 wird dagegen in der Luftfahrthalle zusammengebaut und ausgestellt.Das 1941 gebaute Passagierflugzeug befindet sich schon seit 1966 im Besitz des Museums, verschwand aber über Jahrzehnte mangels Stellfläche im Depot des Flughafens Gatow.Die C 47 ist eine Dauer-Leihgabe des US- Luftwaffenmuseums in Dayton/Ohio.

Das Technikmuseum bleibt während der Tansportarbeiten geöffnet.Der Zugang ist über das Neubaugelände am Tempelhofer Ufer.Zum 50.Jubiläum der Beendigung der Luftbrücke am 12.Mai wird das Richtfest für den Neubau gefeiert.Auf zwei Etagen mit je 6000 Quadratmeter Fläche werden Ausstellungen zur Schiffahrt und Luftfahrt vorbereitet.Eröffnungstermin ist der 30.Juni 2000, pünktlich zur Expo 2000 in Hannover.

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