Berlin : Ein Schicksalstag deutscher Geschichte: Nach dem Pogromgedenken zur Demo gegen Rechts

Wedding. Anlässlich der Pogromnacht vom 9. November 1938 legen am Donnerstag um 13.30 Uhr der Weddinger Bezirksverordnetenvorsteher Klaus-Rudolf Seidel und Bezirksbürgermeister Hans Nisblé einen Kranz an der Gedenktafel vor dem Haupteingang des Jüdischen Krankenhauses in der Heinz-Galinski-Str. 1 nieder.

Prenzlauer Berg. Am 9. November um 13 Uhr gedenkt das Bezirksamt Prenzlauer Berg zusammen mit der Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (B.V.VdN) e. V. auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee der Opfer des Pogroms.

Steglitz. Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Steglitz legen am Donnerstag um 15.00 Uhr Kränze am Gedenkstein in der Wrangelstraße sowie anschließend am Mahnmal für die Verfolgten des Naziregimes (an der Schloßstraße vor der Mathäuskirche) und am Mahnmal auf dem Herman-Ehlers-Platz (Spiegelwand) nieder.

Wilmersdorf. 20 Berliner Schulen und die Landespolizeischule veranstalten ab 16.15 Uhr einen Schweigemarsch im Grunewald. Er beginnt am Gedenkstein für die Ermordung des deutschen Außenministers Walter Rathenau in der Königsallee. Von dort aus geht es zum Mahnmal für die deportierten Juden am Bahnhof Grunewald. Anschließend bringt ein S-Bahn-Sonderzug die Teilnehmer zur Großdemonstration am Brandenburger Tor.

Tiergarten. Das Bezirksamt Tiergarten gedenkt der Pogromnacht bereits am 8. November. Am Mahnmal Siegmunds Hof wird um 11 Uhr ein Kranz niedergelegt. Anschließend folgt ein Gedenk- und Schweigezug zur Gedenkstätte Levetzowstraße und zum Mahnmal Putlitzbrücke statt. Um 18 Uhr gibt es eine Gedenkstunde im BVV-Saal des Bezirksamtes Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin. An der Gedenkstätte Levetzowstraße spricht um 12 Uhr Mordechay Lewy, Gesandter des Staates Israel, der im Tiergartener Heinrich-von-Kleist Gymnasium zur Schule ging. Gegen 13 Uhr findet die Kranzniederlegung am Mahnmal auf der Putlitzbrücke statt.

Potsdam. Lichterumzug am 10. November um 18 Uhr am Alten Markt mit anschließender Kundgebung am Bassinplatz

Zehlendorf. Mitglieder des Bezirksamts Zehlendorf werden gemeinsam mit Vertretern der Bezirksverordnetenversammlung am 9. November 2000 um 17.00 Uhr einen Kranz am Gedenkstein auf der Zehlendorfer Dorfaue niederlegen.

Frohnau.Jüdische Nachbarn 1933-1945: verfolgt, vertrieben, ermordet, vergessen? Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Frohnau am 8. November 2000 15.00 - 19.00 Uhr.

Lichtenberg. "Reichskristallnacht": Ausstellung im Rathaus Lichtenberg zum Jahrestag des Novemberpogroms 1938 erinnert an früheres jüdisches Leben in den Berliner Bezirken Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Zeitzeugenaussagen und historische Dokumente veranschaulichen die Ereignisse jener Schreckensnacht. 9. November bis 15. Dezember 2000, montags bis freitags, 10-18 Uhr im Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstr. 6, Raum 223. Der Eintritt ist frei.

Reinickendorf. Kundgebung gegen Rechts am 9. November 2000, Rathaus Reinickendorf. Rathauspark, 11 Uhr.

Hohenschönhausen. Zum Gedenken an die Pogromnacht lädt der Verein Sozialpädagogische Arbeit im Kiez (SPIK e. V.) für Donnerstag, den 9. November, ein. Gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Gemeinden in Hohenschönhausen wollen sie an verschiedenen Stationen erinnern, gedenken, mahnen, hinsehen und handeln. Beginn ist um 18 Uhr mit den "Anstößen" im evangelischen Gemeindezentrum "Heinrich Grüber", am Berl 17, nahe S-Bahnhof Wartenberg. Von dort aus machen sich die Beteiligten auf den Weg zur evangelischen Kirche Wartenberg, Falkenberger Chaussee 93, nahe S-Bahnhof Hohenschönhausen (19 Uhr), und zur katholischen Kirche Heilig Kreuz im Malchower Weg 22 (20.15 Uhr). Dort findet das Gedenken gegen 21 Uhr seinen Abschluss.

Schöneberg. In der Urania findet am 9. November um 20 Uhr die Premiere des Dokumentarfilm von Andrzej Klamt und Marek Pelc, "...Verzeihung, ich lebe", statt. Anschließend gibt es ein Podiumsgespräch mit den Zeitzeugen und den Filmemachern.

Weißensee. Im Gedenken an die Opfer von Gewalt und Unterdrückung wird Bezirksbürgermeister Gert Schilling am Gedenkstein der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auf dem Jüdischen Friedhof an der Herbert-Baum-Straße am Donnerstag, dem 9. November 2000, um 11 Uhr, einen Kranz und Blumen niederlegen. Zu der Gedenkfeier wurden u. a. die Weißenseer Oberschulen, Bezirksverordnete, Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und des Deutschen Bundestages sowie Vertreter von Kirchen, Vereinen und Verbänden eingeladen.

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