Berlin : Ein Schlafsack gegen plötzlichen Kindstod

Ingo Bach

Für die Eltern ist es ein Drama: Ihr Baby, eben noch gesund, liegt plötzlich tot in seinem Bett. In Berlin starten nun das Helios-Klinikum in Buch und der landeseigene Krankenhauskonzern Vivantes eine Aktion gegen den plötzlichen Kindstod: Sie wollen jungen Eltern einen BabySchlafsack mitgeben, der das Kindstod-Risiko verringern soll. Vergangenes Jahr starben bundesweit 367 Kleinkinder auf diese rätselhafte Weise, in Berlin waren es 16. Der plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesursache für Kinder zwischen dem zweiten und zwölften Monat.

Auch wenn die genaue Ursache noch unklar ist, so gibt es doch Faktoren, die den plötzlichen Kindstod begünstigen. So sollten Säuglinge nicht in der Bauchlage schlafen, raten Mediziner. Und der Kopf des Babys sollte frei liegen, denn im ersten Lebensjahr gebe der Organismus viel Wärme über den Kopf ab, sagt Hanna Müller-Bunke, Kinderärztin am Helios-Klinikum in Buch. Ein Wärmestau, zum Beispiel durch eine hochgezogene Decke oder ein Kuscheltier, könne den plötzlichen Kindstod auslösen.

Eine solche Überwärmung könne der Spezialschlafsack, der am Hals schließt, durch eine atmungsaktive Dämmschicht verhindern. Den Schlafsack schenkt Helios ab sofort jeder Frau, die dort entbindet. In Buch kommen jährlich rund 1000 Babys zur Welt. Auch Vivantes plant eine ähnliche Aktion. Die Schlafsäcke seien bereits bestellt, heißt es. In den Vivantes-Kliniken werden jährlich rund 10000 Kinder geboren. Ob Vivantes die Schlafsäcke auch kostenlos abgibt, ist noch nicht geklärt. Im Handel kosten sie um die 30 Euro.

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