Berlin : Ein schmutziger Witz

BSR verärgert über Werbung für kostenlose Sperrmüll-Aktion

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Raus mit dem Ramsch. Kaputte Kühlschränke, vergammelte Sessel, defekte Fernseher, alles muss weg beim Frühjahrsputz. Welch glücklicher Zufall, dass man das unnütze Zeug jetzt einfach auf die Straße stellen und abholen lassen kann. So steht es jedenfalls auf Plakaten, die in Mitte, Prenzlauer Berg und FriedrichshainKreuzberg an den Häusern kleben. Von einem „kostenlosen Abholservice“ der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) und des Senats ist da die Rede: „Stellen Sie Ihren Sperrmüll am 6. Mai gut sichtbar auf die Straße.“ Frei nach dem Motto: „Auf zum Frühjahrsputz – für ein sauberes Berlin!“

Alles Quatsch, sagt Bernd Müller, Pressesprecher der BSR. Das sei ein „sehr übler Scherz“. Verantwortlich ist – laut Zettel – ein gewisser Gerd Frudis, der selbstredend nicht existiert. Deswegen bleibt den Bezirken nur, eine Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. „Die Erfolgsaussichten sind gleich null“, sagt Frank Schulz (Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Friedrichshain-Kreuzberg. Dahinter kann praktisch jeder stecken.

Einfacher ist es, diejenigen mit einer Geldbuße zu belegen, die trotz der vorherigen Warnungen in den Medien Müll auf die Straße stellen. Doch offenbar waren die Bürger gut informiert: Gestern wurde nur in der Zeller Straße in Friedrichshain ein Müllberg gesichtet. Schulz vermutet allerdings, dass nicht der Zettel der Auslöser war. „Wahrscheinlich sollte das ein Brandherd sein – am Mittwoch wird schließlich das besetzte Haus in der Rigaer Straße 94 geräumt.“ chh

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