Berlin : Ein schwarz-grünes Pflänzchen

Warum die Zusammenarbeit in Tempelhof-Schöneberg noch kein Modell ist für Berlin

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Schwarz und Grün kommen sich näher – mit zaghaften Schritten. In TempelhofSchöneberg haben sich CDU und Grüne jetzt auf einen Bezirkshaushalt verständigt, um weitere Kürzungen bei Bildungseinrichtungen, Jugend- und Straßenbauprojekten zu verhindern. Seit 2001 arbeiteten SPD und Grüne im Bezirk in einer Zählgemeinschaft zusammen, nun bilden die Sozialdemokraten die Minderheit. Am Dienstag entscheiden die Bezirksverordneten über den Haushalt. „Ich begrüße die Zusammenarbeit mit den Grünen auf sachlicher Ebene sehr“, sagt Gerhard Lawrentz, Baustadtrat im Bezirk und seit Mai auch Generalsekretär der Berliner CDU. Es ist aber nicht die erste Annäherung auf kommunaler Ebene: In Mitte sind Grüne und CDU 2000 erstmals eine strategische Allianz eingegangen, indem sie Joachim Zeller (CDU) zum Bürgermeister wählten. Auch nach der Wahl im Oktober 2001 stimmte Schwarz- Grün für Zeller. In Pankow hatten sich CDU und Grüne 2000 auf ein Oppositionsbündnis gegen die rot-rote Bezirksmehrheit verständigt. Die Kooperation in Tempelhof-Schöneberg will Lawrentz als Signal verstanden wissen. Denn bisher habe sich nur die SPD aussuchen können, mit wem sie im Bezirk koalieren wolle. „Da waren Grüne und wir immer in der Zwickmühle.“ Dieses Problem hat auch Parteichefin Almuth Tharan (Grüne) erkannt: „Die Grünen brauchen eine Option außerhalb der SPD.“ Allerdings reagierte ihre Partei auf Gunstbeweise aus der konservativen Ecke bislang zurückhaltend. Fraktionschef Volker Ratzmann glaubt, die Grundsätze in der Innen-, Rechts- oder Flüchtlingspolitik seien kaum vereinbar. Und auch bei den Berlinern ist das Modell nicht populär: Nach jüngsten Umfragen wünschen sich nur zwei Prozent eine schwarz-grüne Koalition. Lawrentz gibt nicht auf: „Das ist ein zartes Pflänzchen, das gehegt werden muss.“ kf

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