Berlin : Ein Schwarzer

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VON TAG ZU TAG

Stephan Wiehler erklärt, warum

Che Guevara immer ein CDUMann war

Es ist eine Weltsensation, was die Junge Union Reinickendorfs da enthüllt hat. Che Guevara, die letzte Ikone der Revolution, ist als Renegat enttarnt. Das berühmte Konterfei des Mannes, der dem Kampf für die Geknechteten des Kapitals ein Gesicht gab, erscheint jetzt auf Postkarten und T-Shirts der jungen Christdemokraten. Am Barett die Buchstaben JU ruft er mit erhobener Faust dazu auf: „Engagiert euch!“ Die Botschaft: Che war immer ein Mann der CDU.

Darauf hätten wir auch selbst kommen können, wenn uns der Blick auf Che nicht seit Jahrzehnten durch ideologische Entfremdung seitens der Linken verstellt worden wäre. Als Sohn eines aristokratischen Landwirts, der in Argentinien eine Matetee-Plantage besaß, entstammt Che Guevara der konservativen Stammwählerschaft. Er studiert Ingenieurwissenschaften und Medizin, ohne dem Staat auf der Tasche zu liegen, macht sich als Buchhändler selbstständig. Durch sein sozialpolitisches Engagement an der Seite des Rechtsanwalts Fidel Castro wird er zunächst Chef der Nationalbank und später Industrieminister – klassische Ämter für Konservative. Doch das planwirtschaftliche Korsett des sozialistischen Staates wird dem Manager-Typ bald zu eng. Er kehrt Kuba den Rücken und stürzt sich in militärische Unternehmungen im Kongo und in Bolivien. Dort verliebt er sich in die Ostdeutsche Tamara Bunke – und setzt sich ständig für die Vereinigung ein. Wenn der kein Schwarzer war, wer dann?

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