Berlin : Ein Stück Spree-Ufer für 2,6 Millionen Euro

Köpenicker Straße 50 hat neuen Eigentümer. Zwölf Demonstranten protestierten

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Zwölf Teilnehmer, keine Störungen – die Protestaktion der Initiative „Mediaspree entern!“ gegen die Versteigerung eines bundeseigenen Grundstücks an der Köpenicker Straße in Mitte verlief nach Angaben der Polizei friedlich. Vor einem Hotel in der Lietzenburger Straße hatten die Initiatoren der Kundgebung auf zwei Transparenten unter anderem gefordert: „Privatisierung stoppen, Investoren einseifen“. Das Bauland an der Spree wechselte trotzdem in die Hände eines privaten Investors: Für 2,6 Millionen Euro.

Die Deutschen Grundstücksauktionen, die am Freitag die Versteigerung organisierten, hatten das Mindestgebot auf 2,5 Millionen Euro festgelegt. Nur 100 000 Euro mehr muss der Meistbietende nun für das Grundstück bezahlen. Auf dem Bauland stehen Industriebauten aus der Gründerzeit, die zu DDR-Zeiten als Warenlager für Seife und Waschmittel genutzt wurden.

Der Verkauf des rund 4600 Quadratmeter großen Areals könnte Bewegung in die Entwicklung des Gebietes nahe der Michaelbrücke bringen. Denn auch das unmittelbare Nachbargrundstück wird im September zwangsversteigert. Der frühere Eigentümer war hoch verschuldet, und die Gläubiger hatten die Zwangsauktion erwirkt.

Zwar gehören beide Grundstücke zum Gebiet der sogenannten „Mediaspree“, weil die Flächen jedoch im Bezirk Mitte liegen, sind sie nicht direkt vom erfolgreichen Bürgerentscheid gegen das Projekt in Friedrichshain-Kreuzberg betroffen. Dieser hatte 2008 die Planung zur Entwicklung der Ufer in Friedrichshain und Kreuzberg beeinflusst, indem etwa die Anlage von Rad- und Fußwegen durchgesetzt wurde. Der Bezirk Mitte setzt dagegen voll aufs Auto: zwischen Michael- und Schillingbrücke ist eine Uferstraße für den motorisierten Verkehr geplant, und nur ein kleiner Streifen Grün soll daneben übrig bleiben. Ralf Schönball

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