Berlin : Ein teurer Tag

Drei Mal Bombenalarm am 12. Juni und keiner zahlt die Rechnung

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Einen Koffer oder eine Tasche zu vergessen, ist seit dem 11. September oftmals eine folgenreiche Schusseligkeit. Davor war es nur für den Besitzer ärgerlich, seitdem verursachen diese Nachlässigkeiten auch Kosten und Stress für viele Menschen. Denn fast immer folgt ein Bombenalarm. Es werden Straßen gesperrt oder Bahnhöfe, Züge und Autos können nicht fahren, außerdem müssen Spezialeinheiten der Polizei ausrücken.

Könnte man den KofferVergessern Vorsatz nachweisen, bekämen sie die Rechnung für die durch sie verursachten Einsätze präsentiert. Bei dem Bombenalarm am Flughafen Tegel am 12. Juni wurde der verdächtige Koffer ebenfalls mit Hilfe des Wassergewehrs auf dem Roboter „Teodor“ geöffnet. „Der Inhalt des Koffers ist durchsucht worden. Der Besitzer konnte nicht ausfindig gemacht werden“, sagte eine Polizeisprecherin. „Wäre der Besitzer ausfindig gemacht worden, hätte er den Einsatz zahlen müssen.“ Wie tief der Kofferbesitzer dabei in die Taschen greifen müsste, „hängt je nach Einzelfall davon ab, wie aufwendig die Aktion war.“ Grundsätzlich ist es fahrlässig, am Flughafen Gepäckstücke stehen zu lassen. Darauf wird per Lautsprecherdurchsage alle halbe Stunde hingewiesen.

Dem Koffer, der am selben Tag die City West am Mittwochvormittag lahm gelegt hat, war leer. Auf den Besitzer gibt es keine Hinweise.

Bei dem abgestellten Werkzeugkasten im Kaufhaus Wertheim an der Steglitzer Schlossstraße handelte es sich um ein „Kommunikationsproblem“. Der Hausmeister hatte seinen Werkzeugkasten abgestellt und einer Kassiererin Bescheid gesagt. „Die Frau ist aber weggegangen, ohne ihre Kollegin zu informieren.“ Regresspflichtig sei in diesem Falle aber niemand. „Der Alarm war berechtigt, schließlich sensibilisieren wir die Bevölkerung seit den Terroranschlägen der Vergangenheit dafür, alles Auffällige zu melden“, hieß es bei der Polizei. tabu

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