Berlin : Ein Traum in der Flasche

Das KaDeWe als Spielort einer neuen Luxus-Show

Elisabeth Binder

Wie inszeniert man einen neuen Duft? Mit schwarzem Teppich-Laufsteg und Hostessen in glänzenden rosa Trenchcoats über nackten Beinen, mit einer Bühne, zu der schwarzglitzrige Stufen emporführen und Musik, die sexy aus den Lautsprechern herausraucht. Wenn um acht Uhr abends die Türen für die Kunden geschlossen werden, lässt sich die neue Eingangshalle des KaDeWe innerhalb einer Stunde zu einem glamourösen Event-Spielort wandeln.

So geschehen am Donnerstagabend, an dem die holländischen Designer Viktor und Rolf ihr erstes Parfüm „Flowerbomb“ dort inszenieren durften wie eine neuartige Show, in der das Produkt zur Handlung wird. Die Musik nahm bei ihrem Auftritt Triumphmarschklänge an, es regnete rosa Blütenblätter, die oben erwähnten Models folgten in Zweierreihen und fächelten den Duft mit Hilfe von schwarzrosa Fächern unter die Gäste. Die wussten offenbar alle, dass sie Teil einer luxuriösen Fashion-Inszenierung waren und hatten sich entsprechend angezogen. Besonders sehenswert: die unglaubliche Vielfalt von schön gekrempelten Cowboystiefeln in Beige- und Rottönen oder die schwarzfunkelnden asymmetrisch geschnittenen Abendkleider unter magentafarbenen Haaren. Freundliche Hostessen in farblich zu den Fächern passenden rosa Moet&Chandon T-Shirts schenkten Champagner aus Magnum-Flaschen aus. Ein übermütig gelaunter Apotheker erzählte allen vorbeikommenden Mädels, dass er eigentlich ein Playboy sei, und dass dieVichy-Produkte, die er verkauft, auch zu L’Oréal gehören. Wie der neue Duft. Dessen Designer sagten der in Altlila gewandeten Moderatorin Susann Atwell schöne Sätze wie den: „Parfüm ist ein Traum in der Flasche.“

Zu einer richtig guten Inszenierung gehören Überraschungen, wie diese aus der Feinschmecker-Etage: Model-Häppchen müssen gar nicht immer zum Dünnbleiben furchtbar sein, sondern können im Gegenteil winzig und witzig und wohlschmeckend zugleich sein. Unter anderem pralinengroße Brioches mit Lachstatar und Jakobsmuscheln im Speckmantel attackierten anwesende Diätvorsätze. Dann war da noch ein junger Sicherheitsmann, so bezaubernd schön, dass ihn hoffentlich jemand als männliches Model für die nächste Inszenierung dieser Art entdeckt hat.

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