Berlin : Ein Trio Buntes

Die Berliner Band Heiss & Eis liebt es farbenfroh und schrill Jetzt spielen DJ Putin, Ogel und Pübby aus dem Block auf der Funkausstellung.

Jessica Tomala

Sie sind frech, provokant, nehmen kein Blatt vor den Mund und tragen schrille Outfits. Heiss & Eis heißt die Band der drei Wahlberliner mit den Künstlernamen Ogel, DJ Putin und Pübby aus dem Block. Bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) unterm Funkturm treten die drei nicht nur mehrfach auf, sie planen auch eine Guerilla Marketing Aktion.

Wenn Pübby, Ogel und DJ Putin durch Berlins Straßen laufen, drehen sich die Leute verstohlen nach ihnen um. Das Trio zieht die Blicke auf sich. Kein Wunder: Lange blaue Haare, kurzer schwarzer Tüllrock, hohe Schuhe, eine pinke Netzstrumpfhose – vor allem Pübby fällt auf. Doch auch Ogel, mit seiner Brille auf der Nase, die die Augen mit einem schwarzen Balken verdeckt, wie auch DJ Putin in tief hängenden Leggins und mit wirren Haaren, sind nicht zu übersehen. Sogar ein älterer Herr im Anzug nickt der Band zu: „ Kompliment! Sieht klasse aus.“

„Dass die Leute uns so angucken, daran haben wir uns gewöhnt“, sagt Frontmann Ogel F. (24). Sich selbst nicht zu ernst nehmen, einfach mal was ausprobieren und sich dabei nicht verstellen – das ist das Bandmotto. Sie fahren auch mit der U- und S-Bahn durch die Stadt, singen und verteilen Flyer. Vor allem bei den jungen Leuten kämen die Touren gut an. Natürlich gebe es auch immer wieder welche, die sich gestört fühlen: „Das muss man einkalkulieren“, sagt Pübby. „Die Leute, die jung geblieben sind, feiern mit uns. Und es ist ja ein echtes Kompliment, wenn jemand, der 50 oder 60 ist, mitwippt."

Seit 2008 gibt es die Band, damals war Pübby noch nicht dabei. „Putin hat damals als Produzent jemanden gesucht, der zu seiner Musik rappen kann. Und ich war auf der Suche nach jemandem, der mir die passende Musik liefert“, erzählt Oleg. „Wir haben versucht, etwas komplett Neues zu wagen, indem wir uns im Elektro-Trash-Bereich versucht haben.“ So ähnlich wie beispielsweise die Band Die Atzen. Ohne Sängerin fühlten sich die beiden aber noch nicht komplett. „Viele haben bei uns einfach die Melodie vermisst“, sagt Wladimir G. (26), der mit Künstlernamen DJ Putin heißt und gerade eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker absolviert hat. Sie versuchten es mit einigen Sängerinnen, doch nichts passte. Bis sie im Februar dieses Jahres auf die in Neukölln wohnende Katie B. (24) stießen, Künstlername Pübby aus dem Block, die nebenbei als Erzieherin in einem Kindergarten arbeitet.

Nicht nur ihre Kleidung und sie selbst sind provokativ – auch ihre Texte sind es. „Wir singen über das, was Leute in unserem Alter interessiert. Das sind nun mal auch Alkohol, Drogen, Sex und Beziehungen“, sagt Oleg. Vor kurzem lief ihre Musik zum ersten Mal im öffentlich-rechtlichen Radio. Fritz spielte in der Wochenendsendung „Unsigned“ ihre Singles „Armani Boxer“ und „Zu hässlich für den Club“. Kurz danach liefen die Titel auch wochentags. „Die Hörer haben sich das gewünscht. Ich saß mit einem Arbeitskollegen im Auto und hörte uns zum ersten Mal. Das war Wahnsinn“, sagt DJ Putin.

Ihre Auftritte bei der Funkausstellung sind nicht die ersten größeren. Auch beim Umweltfestival vor dem Brandenburger Tor und der Jugendmesse „You“ waren sie dabei. Ansonsten kann man die Band in Clubs wie dem SO 36, dem Kesselhaus und dem Asphalt sehen. Was für eine Spaßaktion sie genau auf der Messe planen, wollen sie nicht verraten. „Aber es wird laut und sehr bunt – so wie wir“, sagt Oleg.

IFA-Auftritte: Heute, 13 Uhr, iCandy Viva.tv Stage, Dienstag, zwischen 18.30 und 23 Uhr bei „Music meets Talk“, alle in Halle 7.2a

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