Berlin : Ein Zug wird kommen – eventuell

Ob die U55 zur WM vom Reichstag zum Hauptbahnhof fährt, ist weiterhin unklar

-

Neben dem Bretterzaun am Pariser Platz stand BVG-Vorstandsmitglied Thomas Necker und zeigte hinab in die Baugrube. Dort unten, in 20 Meter Tiefe, sollen im Sommer 2007 die Züge der U-Bahnlinie 55 fahren – vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof. „Eine Baustelle in ihrer vollen Schönheit!“, schwärmte Necker und umklammerte fest seinen Helm.

An etwas muss man sich schließlich festhalten, wenn bisher schon so vieles durcheinander geraten ist: Zur Fußball-WM – die vom 9. Juni bis 9. Juli stattfindet – sollten einst die Züge auf der kompletten Strecke rollen. Dann bekamen die Bauarbeiter Probleme mit dem Grundwasserpegel, so dass die Fertigstellung des Bahnhofs am Brandenburger Tor nicht zu schaffen war. Im Dezember soll der Rückstand aufgeholt sein; ein halbes Jahr später kann der Vollbetrieb aufgenommen werden.

Ob die Züge zur WM 2006 zumindest zwischen Hauptbahnhof und Reichstag pendeln, stellt sich „spätestens Ende April“ raus, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Wenn Bund und Land das fordern, könnten wir das machen.“ Die Gleise liegen im Tunnel, in gut einem Monat werden die Waggons in den Schacht hinabgelassen. Die Kosten für den WM-Pendelbetrieb würden allerdings bei mehr als einer halben Million Euro liegen.

Die BVG hält das Vorhaben für wenig sinnvoll, weil die beiden Bahnhöfe nur 610 Meter auseinander liegen – und der Bahnhof Bundestag alles andere als optimal ans Verkehrsnetz angeschlossen ist.

Während der WM soll die Grube gedeckelt und mit Blumenkübeln geschmückt werden. Damit wäre der Blick von der Wilhelmstraße frei aufs Brandenburger Tor und den WM-Globus, der ab Mai auf dem Platz aufgebaut wird. Nur vor der Polnischen Botschaft soll die Baustelle bestehen bleiben. Ab 2008 könnte dann die Strecke zum Alexanderplatz gebaut werden. Die Bauzeit liegt bei fünf Jahren. Wenn nichts dazwischenkommt. AG

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben