Berlin : Einbahnstraße

Gerd Nowakowski

wird von der Vergangenheit überholt Der Plan ist so geheim, dass selbst der zuständige Baustadtrat nur munkeln gehört hat von einem Konzept der Charlottenburger Sozialdemokraten: Der Kurfürstendamm soll Einbahnstraße werden, der Gegenverkehr an der anderen Seite der Gedächtniskirche über die Budapester Straße nach Osten fließen. Freie Fahrt für Autofahrer – vielspurig in beiden Richtungen. Da erstarrt die rot-rote Senatskoalition, die gerade mehr Vorrang für den Radverkehr beschlossen hat. Und nun dieser Plan unverbesserlicher Auto-Fetischisten. Man fühlt sich glatt in Zeiten zurückversetzt, als durch Kreuzberg eine sechsspurige Autobahn auf Stelzen geschlagen werden sollte und für den Oranienplatz ein gigantischer Verteilerkreisel geplant war. Ein klarer Fall von Amtsanmaßung des Bezirks. Frau Bausenatorin, übernehmen Sie! Halt! Der Ku’damm-Plan ist von 1984. Er wurde jetzt hervorgekramt von Charlottenburgs Genossen – und wieder verworfen. Puh, gerade noch die Kurve gekriegt.

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