EIN BRANDBRIEF UND SEINE FOLGEN : Der Weg zum Bildungsleuchtturm

Im Frühjahr 2006 erregt der Brandbrief überforderter Lehrer der damaligen Rütli-Schule bundesweit Aufsehen. Ein Jahr später entsteht die Idee vom „Campus Rütli“, protegiert durch den Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Als Schirmherrin tritt Christina Rau auf den Plan. In der Folgezeit unterstützen verschiedene Institutionen, Stiftungen und Firmen die inzwischen berühmte Schule: Ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn hilft bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, das Maxim Gorki Theater leitet ein Theaterprojekt.

Seit 2009 wird das Schulgebäude

umgebaut
: Aus der alten Turnhalle wurde eine Mensa, Biologie- und

Chemieräume wurden ebenso modernisiert wie das Lehrerzimmer und die Bibliothek, auch in die Ausstattung wurde investiert.

„Der damalige Brandbrief war einzigartig, auch wenn die Probleme, die

zu ihm führten, es nicht waren“, sagt die Neuköllner Bildungsstadträtin

Franziska Giffey. „Brandbriefe hätten damals an vielen Schulen geschrieben werden können.“ Was diese dann auch taten – und bis heute immer

wieder tun. 2009 warnen mehrere Schulleiter in Mitte vor einer „Ghettoisierung“, beklagt die Neuköllner

Heinrich-Mann-Schule 2011 „kaputte Fenster“, hat die Reinickendorfer

Hermann-Schulz-Grundschule im

Januar 2012 einen scheinbar zu

großen Anteil an Sinti- und Roma-

Kindern
und findet die Grundschule am Schäfersee (Wedding) vor einigen Monaten, es gibt zu wenig deutsche Kinder an der Schule.

Das große Medieninteresse jedoch konzentriert sich weiter auf die ehemalige Rütli-Schule. tri

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