Berlin : Einbrecher kamen zum dritten Mal

Wieder wurde ein Askania-Uhrenshop ausgeraubt – diesmal am neuen Standort.

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Mit roher Gewalt. In der Nacht zum 27. Juni wurde bei Askania eingebrochen. Foto: Promo
Mit roher Gewalt. In der Nacht zum 27. Juni wurde bei Askania eingebrochen. Foto: Promo

Berlin - Die Berliner Uhrenmanufaktur Askania ist zum dritten Mal innerhalb von dreieinhalb Monaten das Ziel von Einbrechern geworden. In der Nacht zum 27. Juni zerschlugen Unbekannte die verstärkte gläserne Eingangstür des neuen Ladens in der Uhlandstraße, bis diese aus den Angeln fiel, und räumten sämtliche Vitrinen mit den Uhren aus – nicht einmal eine Woche nach der Eröffnung. Den Wert der Waren schätzt Askania-Chef Leonhard Müller auf 50 000 Euro. Unwiederbringlich sei der Verlust von elf historischen Uhren, die Müller in den vergangenen Jahren mühsam aufgespürt hatte.

Die Traditionsmarke ist Opfer einer Einbruchsserie. Am 11. März knackten Einbrecher eine Fluchttür des Askania-Stores im Flughafen Tegel, zerschlugen 15 Vitrinen und erbeuteten Uhren im Wert von 130000 Euro. Und das, obwohl sich das Askania-Geschäft in Tegel direkt gegenüber dem Bundesgrenzschutz befindet. „Wir sind unzureichend versichert gewesen, weil wir uns im Flughafen absolut sicher gefühlt haben“, sagt Müller. „Das ist ja eigentlich ein Hochsicherheitstrakt, möchte man meinen.“

Offenbar nicht: Vier Wochen später kamen erneut Einbrecher, wieder auf dem gleichen Weg und stahlen in Tegel noch einmal Uhren zum Verkaufspreis von 50 000 Euro. Beamte der Bundespolizei bemerkten die Einbrecher zwar, allerdings zu spät, so dass diese entkommen konnten. Zuvor habe Askania die Waren glücklicherweise entsprechend versichert gehabt, berichtet Müller, der sich mittlerweile sowohl aus Tegel als auch vom BER zurückgezogen hat.

Eigentlich wollte Askania am neuen Flughafen zwei Geschäfte betreiben. Dafür hatte Müller investiert und fünf neue Mitarbeiter eingestellt. Die Summe der Ausgaben und der entgangenen Einnahmen durch die geplatzte Eröffnung des BER habe am Ende allerdings fast eine Million Euro erreicht. „Ich musste die Notbremse ziehen und die Geschäfte verkaufen, sonst hätte ich die Existenz von Askania aufs Spiel gesetzt“, bedauert Müller. Im vergangenen Jahr arbeiteten noch 20 Personen für die Uhrenmanufaktur, heute sind es nur noch zwölf.

Mit dem Geschäft in der Uhlandstraße wollte Askania nun ein neues Kapitel aufschlagen – und erlebt stattdessen die nächste Katastrophe. „Ich weiß nicht, ob es jemand auf unsere Marke abgesehen hat und uns gezielt schaden möchte“, sagt Müller. Solche Vermutungen lägen nach der Häufung der Einbrüche nahe. Die Polizei habe ihm lediglich gesagt, es handle sich um Diebesbanden aus Osteuropa. Ermittlungserfolge hat es laut Polizei bisher nicht gegeben. „Dass die Uhren bisher nicht als Hehlerware aufgetaucht sind, liegt vielleicht daran, dass sie in Osteuropa oder anderswo verkauft werden“, mutmaßt ein Polizeisprecher. Askania hat inzwischen eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt auf Hinweise, die zu den Dieben führen. Arne Bensiek

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