• Einbrecher räumten Computerraum der Rütli-Schule aus Diebe stahlen Geräte für rund 20 000 Euro

Berlin : Einbrecher räumten Computerraum der Rütli-Schule aus Diebe stahlen Geräte für rund 20 000 Euro

Viele Schulgebäude sind am Wochenende verwaist

Tanja Buntrock

Wochenlang beherrschte die Rütli- Schule die Schlagzeilen, deutschlandweit. Nun schien es, als kehrte an der Neuköllner Hauptschule allmählich wieder Ruhe ein. Doch am vergangenen Wochenende haben Diebe das Gebäude heimgesucht und aus dem Computerraum 14 PCs und 15 neue Flachbildschirme sowie einen Video-Beamer gestohlen. 20 000 Euro soll der Schaden laut Volksbildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) betragen. Der Hausmeister hatte den Diebstahl erst am Montag entdeckt und die Polizei gerufen.

Die Täter hatten mit schwerem Gerät die Metallgitter beiseite gedrückt und die Fenster aufgehebelt. Wie es bei der Polizei hieß, sei die Sicht auf den Computerraum im Erdgeschoss durch Bäume und Büsche sehr eingeschränkt. „Wir gehen davon aus, dass die Täter die Geräte mit einem Auto abtransportiert haben“, sagte ein Polizeisprecher. Spuren wurden gesichert; die Ermittlungen laufen.

Stadtrat Schimmang stellte klar, dass alle öffentlichen Dienstgebäude eine Gebäudeversicherung haben, aber: „Das Inventar wie Möbel, Bücher und auch die Technik sind nicht mitversichert.“ Die Versicherungssumme sei zu teuer. „Eine Ersatzbeschaffung ist unterm Strich günstiger“, sagt Schimmang.

Für eben solche Fälle habe er von dem Lernmitteletat, der 2,2 Millionen Euro beträgt, in diesem Jahr lediglich 90 Prozent ausbezahlt. „Die restlichen zehn Prozent habe ich für besondere Notfälle zurückbehalten.“ So könnten nun peu à peu neue Computer beschafft werden. Zudem habe sich ein Sponsor gemeldet, der 15 gebrauchte Bildschirme für die Schule spenden möchte. Schimmang sagte, dass es seit längerem keinen größeren Einbruch an einer Schule in seinem Bezirk gegeben habe. Statistiken über die Einbrüche an Schulen gebe es nicht. Einige Schulgebäude habe man inzwischen mit Alarmanlagen ausgestattet. Welche Schulen bereits als einbruchsicher gelten, wird nicht verraten. „Aus Kostengründen können wir nicht schlagartig alle Schulen im Bezirk mit einer Alarmanlage ausstatten.“ Das Bezirksamt empfiehlt den Schulen deshalb, Räume mit hochwertiger Technik in die oberen Etagen zu legen. „In der Rütli-Schule wurde dafür das neue Gitter vor den Fenstern noch zusätzlich verstärkt“, sagte er.

Erst kürzlich war in der Schöneberger Waldenburg-Hauptschule an einem Wochenende eingebrochen worden: 21 Flachbildschirme, ein Laserdrucker und zwei Beamer wurden gestohlen. Der Einbruch geschah kurz nachdem der Hausmeister ausgezogen war. Wie berichtet, erlaubt es eine EU-Richtlinie nicht, dass Hausmeister abends oder am Wochenende Bereitschaftsdienste übernehmen. Dies hat offenbar Folgen: Diebe und Vandalen haben es in den unbeaufsichtigten Schulen nun leicht. Auch Wolfgang Schimmang glaubt: „Wenn ab 17 Uhr kein Hausmeister mehr da ist, steigt das Einbruchrisiko.“ Die Volksbildungsstadträte wollen nun gemeinsam nach Lösungen suchen.

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