Berlin : Einbrecher: Täter werden immer dreister

Werner Schmidt

Die Dreistigkeit von Einbrechern kennt kaum mehr Grenzen. Waren die ungebetenen Besucher früher bei ihren Taten darauf bedacht, dass sich kein Bewohner in der Wohnung oder im Einfamilienhaus aufhielt, so dringen sie jetzt bereits ein, während die Familie noch im Haus ist. Vor allem Einfamilienhäuser in den Randbezirken sind beliebte Ziele dieser vermutlich vorwiegend aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Täter. Diese nutzen aus, dass in der heißen Jahreszeit häufig Fenster oder Terrassentüren nicht vollständig geschlossen werden. Ein Ruck mit einem Schraubenzieher und der Weg ins Hausinnere ist frei. Innerhalb von wenigen Minuten wird an Wertsachen zusammen gerafft, was in Reichweite ist: Die vor dem Schlafengehen abgelegten Schmuckstücke im Bad, die Geldbörse und Uhr auf dem Schränkchen im Flur oder das auf dem Schreibtisch stehende Notebook.

Das Fersehgerät oder die schwere Stereoanlage mit den Superboxen bleiben dagegen unbeachtet: "Was man tragen kann, wird mitgenommen," sagte ein Kriminalbeamter aus der Polizeidirektion 2, die sich über Spandau, Wilmersdorf und Charlottenburg erstreckt.

Dabei lassen sich die Einbrecher auch von Alarmanlagen nicht ins Bockshorn jagen. Sie wissen, bis der schlaftrunkene Hausherr oder gar die Nachbarn reagieren, sind sie selbst längst über alle Berge. Die Einbrecher vollenden in aller Eile ihr Werk, dann verschwinden sie im Dunkel der Nacht.

Wer allerdings einen Einbrecher auf frischer Tat überrascht, sollte zurückhaltend sein. Zwar scheuten die Täter normalerweise eine Konfrontation, werden sie allerdings in die Enge getrieben, bestehe die Gefahr, dass sie sich ihren Fluchtweg mit Gewalt freikämpften, sagen Fachleute. Kriminalisten raten in solchen Fällen dazu, die Täter lieber heimlich zu beobachten.

Man sollte sich dabei typische Merkmale einprägen, auf Fluchtfahrzeuge und Fluchtwege achten und möglichst schnell die Polizei benachrichtigen, damit die Chance steige, die Täter zu fassen. Keinesfalls sollte man sich wagemutig den Tätern in den Weg stellen.

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