Einbruch ins "Alexa" : 300 Handys in einer Minute geklaut

Der Einbruch ins "Alexa" von Sonntagfrüh war nicht nur spektakulär, die Täter entkamen auch mit einer teuren Beute. Doch die Beispiele anderer Einkaufszentren zeigen, wie dieser Coup hätte verhindert werden können.

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Mit dem Auto ins Shoppingcenter: Vier Männer fuhren am Sonntagfrüh ins Einkaufszentrum "Alexa" und erbeuteten rund 300 Mobiltelefone.
Mit dem Auto ins Shoppingcenter: Vier Männer fuhren am Sonntagfrüh ins Einkaufszentrum "Alexa" und erbeuteten rund 300...Foto: dpa

Waren es dieselben Täter, die es in den vergangenen Wochen auch auf die Filialen der „Exchange“-Pfandleihhäuser abgesehen hatten? Die vier Männer, die am Sonntag früh in einem Kleinwagen mit Vollgas ins Einkaufscenter „Alexa“ gerast waren, um dann im dortigen Media-Markt Handys zu entwenden, sind jedenfalls ziemlich ähnlich vorgegangen. 300 dieser hochwertigen Mobiltelefone haben die Diebe geklaut. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf mehr als 100 000 Euro. Das Alexa-Center-Management wollte sich nicht äußern.

Bei der Polizei heißt es, man prüfe einen Zusammenhang zu mehreren anderen Fällen in den vergangenen Monaten, wie etwa dem Einbruch in ein „Exchange“- Pfandleihhaus in der Schlossstraße in Steglitz Ende Oktober. Auch damals nutzten die Täter einen gestohlenen Ford, um in das Haus zu fahren. Anschließend flüchteten sie mit der Beute in einem bereitgestellten Fluchtwagen. Im jüngsten Fall am Alex war es ebenso: Der schwarze Audi stand zur Abfahrt bereit, als die Täter mit den 300 gestohlenen Handys nach etwa einer Minute wieder herauskamen.

Ob es jetzt veränderte Sicherheitsvorkehrungen geben wird, wie etwa Poller, die vor der Glasfront installiert werden könnten, dazu gab die zuständige Presseagentur des „Alexa“ keine Antwort. Vor dem Media-Markt in Spandau stehen solche Poller. Nach einem Einbruch in einen Saturn-Markt in Steglitz wurde ein riesiger Findling vor die Eingangstür gestellt, berichtet ein Polizist. Ein Portal mit einer Barriere – etwa Poller – zu schützen, sei nicht immer einfach, da es dazu teilweise einer Genehmigung beim Bezirksamt bedürfe. Zudem müsse immer eine Feuerwehrzufahrt gewährleistet sein.

Ähnlich brachial sind die Kriminellen vorgegangen, die sich auf das Sprengen von Geldautomaten spezialisiert haben. Die Zahl der Taten liegt schon im zweistelligen Bereich. Im Juni gründete die Polizei eine Sonderkommission „Giro“, doch bislang blieb ein Ermittlungserfolg aus. Nun setzen die Fahnder auf Zeugenhinweise. Bei einer der Taten in einer Deutschen-Bank-Filiale am Mehringdamm in Kreuzberg am 1. September wurden die Gauner beim Hantieren an den Automaten von zwei Männern, die in den Vorraum gehen wollten, gestört. Von einem der beiden liegen Bilder vor. Die Polizei erhofft sich Hinweise unter der Rufnummer 4664 – 943 260. Tanja Buntrock

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